Vertragsänderung auf dem Originalvertrag – oder doch nur eine Gedächtnisstütze?

18. Januar 2016 | Allgemeines
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Für die Einhaltung der Schriftform einer Urkunde ist zwar ohne Belang, ob die Unterzeichnung der Niederschrift des Urkundentextes zeitlich nachfolgt oder vorangeht.

Es bedarf deshalb für die Rechtsgültigkeit einer Änderung des Vertragstextes keiner erneuten Unterschrift, wenn die Vertragspartner sich über die Änderung einig sind und es ihrem Willen entspricht, dass die Unterschriften für den veränderten Vertragsinhalt Gültigkeit behalten sollen1.

An einem solchen übereinstimmenden Willen fehlt es aber, wenn lediglich eine Partei ohne Wissen der anderen auf einem Vertragsexemplar eine Änderung etwa nur zur Gedächtnisstütze vornimmt.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 25. November 2015 – XII ZR 114/14

  1. BGH, Urteil vom 29.04.2009 – XII ZR 142/07, NJW 2009, 2195 Rn. 32; vgl. auch BGH, Beschluss vom 27.06.1994 – III ZR 117/93, NJW 1994, 2300, 2301; Urteile vom 24.01.1990 – VIII ZR 296/88, NJW-RR 1990, 518, 519; und vom 07.02.1973 – VIII ZR 205/71, WM 1973, 386, 387

 
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