Auflösungsverlust – und der Zeitpunkt seiner Berücksichtigung im Insolvenzfall

27. Mai 2016 | Einkommensteuer (Betrieb)
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Die Frage, ob und wann ein Veräußerungsverlust nach § 17 Abs. 4 EStG im Fall der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens anzusetzen ist, ist in der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs geklärt:

Danach ist ein Auflösungsverlust in dem Zeitpunkt zu berücksichtigen, in dem der i.S. des § 17 Abs. 1 Satz 1 EStG beteiligte Gesellschafter nicht mehr mit Zuteilungen und Rückzahlungen aus dem Gesellschaftsvermögen rechnen kann und feststeht, ob und in welchem Umfang noch nachträgliche Anschaffungskosten oder sonstige im Rahmen des § 17 Abs. 2 EStG zu berücksichtigende Aufgabe- oder Veräußerungskosten anfallen werden1.

Wann mit einer wesentlichen Änderung des Auflösungsgewinns oder -verlusts nicht mehr zu rechnen ist, ist eine Frage der tatsächlichen Würdigung des Einzelfalls und daher der Klärung in einem Revisionsverfahren nicht zugänglich. Auf einen bestimmten prozentualen Wert noch auf mögliche Änderungen dieses Werts2 kann daher nicht abgestellt werden.

Bundesfinanzhof, Beschluss vom 24. März 2016 – IX B 6/15

  1. vgl. u.a. BFH, Urteile vom 28.10.2008 – IX R 100/07, BFH/NV 2009, 561; vom 02.12 2014 – IX R 9/14, BFH/NV 2015, 666; und vom 13.10.2015 – IX R 41/14, BFH/NV 2016, 385, jeweils m.w.N.
  2. z.B. 5 % oder 10 %

 
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