Veräußerung einer wesentlichen Beteiligung – innerhalb des Fünfjahreszeitraums

18. August 2016 | Einkommensteuer (Betrieb)
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Die Frage, ob der Gewinn aus der Veräußerung einer Beteiligung i.S. des § 17 Abs. 1 Satz 1 EStG zu erfassen ist, wenn der Gesellschafter innerhalb der letzten fünf Jahre zu irgendeinem Zeitpunkt nach Maßgabe der im jeweiligen Veranlagungszeitraum geltenden Beteiligungsgrenze beteiligt war, ist in der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs und auch im Schrifttum geklärt1.

Soweit eine Beteiligung am Nennkapital der Gesellschaft veräußert wird, die bereits vor Inkrafttreten des Steuerentlastungsgesetzes 1999/2000/2002 vom 24.03.19992 als wesentliche Beteiligung und auch vor Inkrafttreten des Steuersenkungsgesetzes vom 23.10.20003 steuerverhaftet gewesen wäre, sind die in der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 07.07.20104 aufgeworfenen Fragen des Vertrauensschutzes nicht entscheidungserheblich. Dies gilt auch für die Frage einer verfassungskonformen Auslegung des § 17 Abs. 1 Satz 1 EStG.

Bundesfinanzhof, Beschluss vom 2. Juni 2016 – IX B 10/16

  1. vgl. u.a. BFH, Urteile vom 07.07.1992 – VIII R 54/88, BFHE 169, 49, BStBl II 1993, 331, unter 1.; vom 20.04.1999 – VIII R 58/97, BFHE 188, 362, BStBl II 1999, 650; vom 11.12 2012 – IX R 7/12, BFHE 239, 449, BStBl II 2013, 372; Schmidt/Weber-Grellet, EStG, 35. Aufl., § 17 Rz 75, m.w.N.
  2. BGBl I 1999, 402
  3. BGBl I 2000, 1433
  4. BVerfG, Urteil vom 07.07.2010 – 2 BvR 748/05, 2 BvR 753/05, 2 BvR 1738/05, BStBl II 2011, 86

 
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