Sind Gewinne aus binären Optionen steuerpflichtig?

12. Januar 2016 | Einkommensteuer (privat)
Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Beim Handel mit Binären Optionen sind Gewinne auf jeden Fall steuerpflichtig. Sie können aber mit Verlusten aus jedem Kapitalanlagegeschäft – dem mit Binären Optionen oder anderen Anlageklassen – verrechnet werden. Was schon lange nicht mehr funktioniert, ist das Verrechnen der Verluste mit Gewinnen aus anderen Einkunftsarten.

Steuerart der Gewinne aus dem Binärhandel

Diese Gewinne unterliegen der pauschalen Kapitalertragsteuer , einer Klasse der Einkommensteuer, die bei inländischen Brokern und Geldinstituten (im Falle von Zinsgewinnen) als Quellensteuer erhoben wird (daher “Abgeltungsteuer”). Bei ausländischen Brokern trifft das nicht in jedem Fall zu. Genau hier liegt der Knackpunkt bei Gewinnen auf Binäre Optionen. Hier zunächst einmal die wichtigsten Fakten zu den Steuern auf Binäre Optionen Gewinne:

  • Kapitalerträge werden in Deutschland per Kapitalertrags- oder Abgeltungssteuer besteuert.
  • Der Steuersatz liegt Anfang 2016 bei 25 %.
  • Zum Pauschalsteuersatz kommen der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer von acht oder neun Prozent für kirchensteuerpflichtige Personen. Diese Steuern werden aber nicht einfach addiert, sondern auf den Kapitalertragssteuersatz berechnet.
  • Jeder deutsche Steuerbürger genießt einen Sparerfreibetrag von derzeit 801 € (gemeinsam veranlagte Paare 1.602 €).
Die Höhe der Kapitalertragssteuer beträgt durch den Berechnungsschlüssel

  • 26,375 % ohne Kirchensteuer,
  • 27,82 % bei 8 % Kirchensteuer (Bayern, Baden-Württemberg) und
  • knapp 28 % bei 9 % Kirchensteuer.

Abführung der Kapitalertragssteuer

Die Kapitalertragssteuer wird von deutschen Kreditinstituten und den an sie angeschlossenen Brokern als anonyme Quellensteuer an das Finanzamt abgeführt. Quellensteuer bedeutet, dass die Steuer an der Quelle ihrer Entstehung erhoben wird. Diese Regelung hat mehrere Konsequenzen. Zunächst einmal hat der Trader überhaupt keinen Einfluss auf diese Art der Besteuerung. Sie wird automatisch von seinem Konto aus abgeführt, das daher bei entsprechendem Gewinn genügend Deckung aufweisen muss. Ansonsten klagt der Broker die Steuer ein und/oder meldet den Trader dem Finanzamt. Wenn aber alles funktioniert, bleibt die Besteuerung anonym: Der Trader kann sie, muss sie aber nicht in seiner Einkommensteuererklärung angeben. Sollte er aber Gewinne gegen Verluste aus anderen Kapitalerträge verrechnen wollen, die auf verschiedenen Tradingkonten entstanden sind, muss er die Einkünfte und Verluste penibel offenlegen. Dasselbe betrifft die Steuerlast bei ausländischen Brokern, die keine Steuer an den deutschen Fiskus abführen. Gerade bei Binären Optionen ist das oft der Fall. Hier droht den Tradern eine gewisse Gefahr.

Besteuerung von im Ausland erzielten Kapitalgewinnen

Einige ausländische Broker weisen die Trader explizit auf die Einhaltung ihrer jeweiligen einheimischen Steuergesetze hin, andere nicht. Trader können aber grundsätzlich davon ausgehen, dass

  • ausländische Broker keine Quellensteuer an den deutschen Fiskus abführen und
  • das Finanzamt die Gewinne im Zuge einer Steuerprüfung bemerken würde, weil sie nämlich auf das Referenzkonto des Traders ausgezahlt werden.
Daher müssen Trader Gewinne aus Binären Optionen selbstständig in ihrer Steuererklärung angeben.

 
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