Betriebsvorrichtungen in der Umsatzsteuer – oder: der vermietete Schornstein

2. August 2016 | Umsatzsteuer
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Dem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 28.08.20141 ist nicht zu entnehmen, dass ein Schornstein (Fabrikschlot) aufgrund der festen Verbindung mit dem Erdboden ein Bauwerk und daher keine Betriebsvorrichtung sei.

Der Bundesfinanzhof hat hier vielmehr entschieden, dass Betriebsvorrichtungen für die Frage der Steuerschuldnerschaft keine Bauwerks- und damit auch keine Grundstücksbestandteile sind und dies auch aus dem Unionsrecht abgeleitet, da sich die Befugnis, eine Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers anzuordnen, nach Art.199 Abs. 1 Buchst. a der Richtlinie des Rates vom 28.11.2006 über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem 2006/112/EG (MwStSystRL) auf Leistungen “im Zusammenhang mit Grundstücken” beschränke und bei der Entscheidung, welche Anforderungen an diesen Zusammenhang zu stellen sind, zu berücksichtigen sei, dass zwar die Vermietung und Verpachtung von Grundstücken gemäß Art. 135 Abs. 1 Buchst. l MwStSystRL steuerfrei ist, sich diese Steuerfreiheit aber nach Art. 135 Abs. 2 Buchst. c MwStSystRL nicht auch auf dauerhaft eingebaute “Vorrichtungen und Maschinen” und damit nicht auf eigenen Zwecken dienende Betriebsvorrichtungen erstreckt.

Die Annahme, dass es sich bei dem Schornstein um eine Betriebsvorrichtung gehandelt habe, deren entgeltliche Überlassung im Fall einer Vermietung gemäß § 4 Nr. 12 Satz 2 UStG steuerpflichtig sei, steht damit nicht in Widerspruch.

Bundesfinanzhof, Beschluss vom 24. Mai 2016 – V B 83/15

  1. BFH, Urteil vom 28.08.2014 – V R 7/14, BFHE 246, 569, BStBl II 2015, 682

 
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