Beihilfe – ohne kausale Auswirkung auf die Tat

19. September 2016 | Strafrecht
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Wegen Beihilfe wird gemäß § 27 Abs. 1 StGB bestraft, wer vorsätzlich einem anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat Hilfe leistet.

Diese Hilfeleistung muss sich auf die Begehung der Haupttat zwar nicht kausal auswirken; erforderlich ist aber, dass sie die Haupttat zu irgendeinem Zeitpunkt zwischen Versuchsbeginn und Beendigung in irgendeiner Weise erleichtert oder fördert1.

Strafbare Beteiligung kann auch in Form der psychischen Beihilfe verwirklicht werden.

Die bloße Anwesenheit am Tatort in Kenntnis einer Straftat reicht dazu allerdings selbst bei deren Billigung nicht aus2.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 13. Juli 2016 – 1 StR 94/16

  1. st. Rspr.; BGH, Beschlüsse vom 09.07.2015 – 2 StR 58/15, NStZ-RR 2015, 343, 344; und vom 04.02.2016 – 1 StR 344/15, NStZ-RR 2016, 136, 137; BGH, Urteil vom 16.01.2008 – 2 StR 535/07, NStZ 2008, 284 mwN
  2. vgl. dazu BGH, Urteil vom 24.10.2001 – 3 StR 237/01, NStZ 2002, 139, 140 mwN sowie BGH, Beschlüsse vom 22.12 2015 – 2 StR 419/15 Rn. 11; und vom 04.02.2016 – 1 StR 344/15, NStZ-RR 2016, 136, 137

 
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