Mittäterschaft – und die Kenntnis von der Tat

26. Februar 2016 | Strafrecht
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Mittäterschaft erfordert zwar nicht zwingend eine Mitwirkung am Kerngeschehen selbst; ausreichen kann auch ein die Tatbestandsverwirklichung fördernder Beitrag, der sich auf eine Vorbereitungs- oder Unterstützungshandlung beschränkt.

Stets muss sich diese Mitwirkung aber nach der Willensrichtung des sich Beteiligenden als Teil der Tätigkeit aller darstellen.

Ob danach Mittäterschaft anzunehmen ist, hat das Tatgericht aufgrund einer wertenden Gesamtbetrachtung aller festgestellten Umstände zu prüfen; maßgebliche Kriterien sind der Grad des eigenen Interesses an der Tat, der Umfang der Tatbeteiligung und die Tatherrschaft oder wenigstens der Wille dazu, so dass die Durchführung und der Ausgang der Tat maßgeblich auch vom Willen des Betreffenden abhängen1.

Eine vorherige Kenntnis kann eine Mittäterschaft für sich genommen jedenfalls nicht begründen2.

Auch das Interesse, die hälftige Marihuana-Ernte zum Eigenkonsum behalten zu dürfen, kann nicht ohne Weiteres auch sein Interesse am Gelingen des gewinnbringenden Verkaufs des anderen Teils begründen.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 2. Dezember 2015 – 2 StR 258/15

  1. st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Beschluss vom 29.09.2015 – 3 StR 336/15, NStZ-RR 2016, 6, 7 mwN
  2. vgl. MünchKomm-StGB/Joecks, 2. Aufl., § 25 Rn. 17 ff.

 
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