Sukzessive Mittäterschaft

19. Februar 2016 | Strafrecht
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Sukzessive Mittäterschaft kommt in Betracht, wenn ein Täter in Kenntnis und mit Billigung des bisher Geschehenen – selbst bei Abweichungen vom ursprünglichen Tatplan in wesentlichen Punkten – in eine bereits begonnene Ausführungshandlung eintritt1.

Sein Einverständnis bezieht sich dann auf die Gesamttat mit der Folge, dass ihm die gesamte Tat zugerechnet werden kann2.

Dass alle Mittäter bei der Ausführung der schweren Misshandlungen anwesend waren und diese mitbekamen, reicht für die Begründung sukzessiver Mittäterschaft nicht aus3.

Allerdings ist zu prüfen, ob weitere Tathandlungen, die zu einer Vertiefung der Gewalthandlungen geführt haben können (Fesselung, Verbringen an das Ende des Waldwegs), als Grundlage für die Annahme des Handelns eines oder mehrerer Angeklagten in sukzessiver Mittäterschaft in Betracht kommen.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 14. Januar 2016 – 4 StR 72/15

  1. vgl. dazu aber auch BGH, Urteil vom 27.01.2011 – 4 StR 502/10, NStZ 2011, 699, Rn. 38
  2. vgl. BGH, Urteil vom 18.12 2007 aaO
  3. BGH, Beschluss vom 14.02.2012 – 3 StR 446/11, NStZ 2012, 379, 380

 
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