Übersetzer im Ermittlungsverfahren – Zeuge im Strafprozess

23. Februar 2016 | Strafrecht
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Das Gericht ist durch Umstand, dass der Übersetzer im Ermittlungsverfahren bei der Übertragung aufgezeichneter Telefongespräche in die deutsche Sprache als Sachverständige tätig war, nicht gehindert, sie in der Hauptverhandlung ausschließlich als Zeugen zum Gegenstand ihrer sinnlichen Wahrnehmung zu vernehmen1.

Dabei hat der Bundesgerichtshof vorliegend allerdings nicht entschieden, ob die Grundsätze, die für die Vorbereitung von Zeugenvernehmungen zu in amtlicher Eigenschaft gemachten Wahrnehmungen gelten2, auf von der Polizei im Ermittlungsverfahren hinzugezogene sachverständige Hilfspersonen übertragen werden können.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 20. Januar 2016 – 4 StR 376/15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 09.10.2002 – 5 StR 42/02, NJW 2003, 150, 151; Trück in MünchKomm-StPO, § 85 Rn. 15; vgl. auch BGH, Urteil vom 07.05.1965 – 2 StR 92/65, BGHSt 20, 222, 223 f.; Beschlüsse vom 15.08.2001 – 3 StR 225/01, NStZ 2002, 44; vom 18.03.2010 – 3 StR 426/09, NStZ-RR 2010, 210 [Ls]
  2. vgl. BGH, Urteile vom 28.11.1950 – 2 StR 50/50, BGHSt 1, 4, 8; vom 11.11.1952 – 1 StR 465/52, BGHSt 3, 281, 283; vom 21.03.2012 – 1 StR 43/12, NStZ 2012, 521, 522 f.; Schmitt in Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 58. Aufl., § 69 Rn. 8; Ignor/Bertheau in Löwe/Rosenberg, StPO, 26. Aufl., § 69 Rn. 9; Franke in Satzger/Schluckebier/Widmaier, StPO, 2. Aufl., § 69 Rn. 4

 
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