Verfall – nach Teileinstellung

23. Mai 2016 | Strafrecht
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Voraussetzung für eine auf § 73 Abs. 1 Satz 1, § 73a Satz 1 StGB gestützte Anordnung des Verfalls von Wertersatz ist eine von der Anklage erfasste; und vom Tatrichter festgestellte Tat1.

Daran fehlt es, soweit die Staatsanwaltschaft vor Anklageerhebung nach § 154 Abs. 1 Nr. 1 StPO von der Verfolgung abgesehen hat.

Das Verfahren war hinsichtlich dieser Tat (vorläufig) beendet und die Verhängung von Rechtsfolgen im subjektiven Verfahren ohne Wiederaufnahme nach § 154 Abs. 3 StPO (vgl. § 76a Abs. 1, Abs. 3 StGB) nicht mehr möglich2.

Die Verfallsanordnung kann insoweit auch nicht auf den erweiterten Verfall nach § 73d StGB gestützt werden, weil dieser im Verhältnis zur Verfallsanordnung nach §§ 73, 73a StGB subsidiär ist. Vor einer Anwendung des § 73d StGB muss unter Ausschöpfung der zulässigen Beweismittel ausgeschlossen werden können, dass die Voraussetzungen des § 73 StGB erfüllt sind3.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 7. April 2016 – 1 StR 632/15

  1. vgl. BGH, Beschlüsse vom 20.04.2010 – 4 StR 119/10, NStZ-RR 2010, 255; vom 28.07.2004 – 2 StR 209/04, NStZ-RR 2004, 347, 348; und vom 28.03.1979 – 2 StR 700/78, BGHSt 28, 369, 370
  2. entsprechend BGH, Beschluss vom 07.01.2003 – 3 StR 421/02, NStZ 2003, 422 zu § 154 Abs. 2 StPO
  3. BGH, Urteil vom 11.12 2008 – 4 StR 386/08 mwN; Beschlüsse vom 08.08.2013 – 3 StR 226/13, NStZ 2014, 82, 83; vom 02.10.2002 – 2 StR 294/02, NStZ-RR 2003, 75 mwN; und vom 20.04.2010 – 4 StR 119/10, NStZ-RR 2010, 255

 
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