Die fehlerhaft zugelassene Berufung

5. April 2016 | Verwaltungsrecht
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Mit der geltend gemachten fehlerhaften Zulassung der Berufung nach § 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO kann ein Verfahrensmangel im Sinne des § 132 Abs. 2 Nr. 3 VwGO nicht begründet werden1.

Das Berufungsgericht ist an die Zulassung der Berufung auch dann gebunden, wenn sie zu Unrecht ausgesprochen worden ist2.

Dementsprechend ist die Zulassungsentscheidung auch in einem Revisionsverfahren nicht zu überprüfen (vgl. § 173 Satz 1 VwGO i.V.m. § 557 Abs. 2 ZPO, § 152 Abs. 1 VwGO; BVerwG, Beschlüsse vom 23.04.1998 – 4 B 40.98, Buchholz 406.11 § 9 BauGB Nr. 87 S. 44; vom 27.10.1999 – 9 B 386.99 6; und vom 11.05.2009 – 3 B 17.09 4).

Abgesehen davon beruht das hier angegriffene Urteil nicht auf dem Zulassungsgrund des § 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO; denn das Berufungsgericht prüft den Rechtsstreit innerhalb des gestellten Antrags ohne Bindung an den Zulassungsgrund (§ 128 VwGO; BVerwG, Urteil vom 07.02.1997 – 9 C 11.96, Buchholz 310 § 129 VwGO Nr. 6 S. 3, 4; Beschluss vom 16.09.2003- 9 B 27.03 9). Die Vorschrift des § 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO unterliegt auch keinen verfassungsrechtlichen Bedenken3.

Bundesverwaltungsgericht, Besschluss vom 16. Februar 2016 – 3 B 68.2014 –

  1. BVerwG, Beschlüsse vom 12.12 1997- 9 B 1141.97 6; und vom 30.01.2004 – 1 B 9.04, Buchholz 310 § 132 Abs. 2 Ziff. 3 VwGO Nr. 32
  2. BVerwG, Urteil vom 13.07.1999- 1 C 15.98, Buchholz 310 § 124a VwGO Nr. 9 S. 4; Beschluss vom 12.01.2009 – 5 B 48.08 3
  3. vgl. zur Verfassungsmäßigkeit des § 124 Abs. 2 VwGO: BVerfG, Kammerbeschluss vom 23.06.2000 – 1 BvR 830/00, NVwZ 2000, 1163, 1164

 
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