Unterrichtsauschluss wegen einer “What’s App”-Äußerung

21. Juli 2016 | Verwaltungsrecht
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Das Verwaltungsgerichts Stuttgart hat den Eilantrag eines 14-jährigen, in Klassenstufe 7 beschulten Schülers (Schüler) gegen seinen durch die Schulleiterin angeordneten sofortigen fünfzehntägigen Ausschluss vom Unterricht wegen im Klassenchat getätigten und gegen die Schulleiterin gerichteten beleidigenden “What’s App”-Äußerungen abgelehnt.

Der Schüler hatte über “What’s App” im Klassenchat vom 12.11.2015 bezüglich der Schulleiterin geäußert, “Fr v muss man schlagen ” und “Ich schwör Fr v soll weg die foatze” und – “Also du hast ja nur gesagt das fr v scheise ist” – “ja ich weis gebe ich auch zu aber nicht das ich sie umbringen möchte” sowie mündlich am 13.11.2015 gegenüber einem Mitschüler geäußert, “Die kleine Hure soll sich abstechen”. Gegen den daraufhin von der Schulleiterin mit Bescheid vom 21.11.2015 verfügten sofortigen fünfzehntägigen Unterrichtsausschluss legte der Schüler Widerspruch beim Regierungspräsidium Stuttgart ein und beantragte außerdem beim Verwaltungsgericht, den sofortigen Vollzug des Unterrichtsausschlusses auszusetzen. Diesen Antrag lehnte das Verwaltungsgericht ab:

Durch die “What’s App”-Äußerungen im Klassenchat vom 12.11.2015 bezüglich der Schulleiterin und der Äußerung vom 13.11.2015 sei ein schweres und wiederholtes Fehlverhalten gegeben, das zu einer Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Schulleiterin sowie zu einer schweren Störung des schulischen Friedens geführt habe. Dass der Schüler diese Äußerungen nicht selbst getätigt haben will, erscheine der Verwaltungsgericht nach den vorliegenden Screenshots ganz fernliegend, auch weil sie in jeder Hinsicht zu früherem, vergleichbar schwerem Fehlverhalten passten (etwa den Unterrichtsausschluss vom April 2015 wegen Beschimpfung einer Aufsichtsperson im Mittagspausenbereich als “Hurenfotze”). Das Fehlverhalten des Schülers wiege auch deshalb besonders schwer, weil es sich – schon bei Studium der vielen Klassentagebucheinträge seit Klasse 5 – an zahlreiche Vorfälle und Erziehungsmaßnahmen anschließe, die offenbar allesamt hinsichtlich des schulischen Verhaltens des Schülers weitgehend folgenlos geblieben seien. Das offenbar immer wiederkehrende Fehlverhalten des Schülers (“Angrinsen der Lehrkräfte”, “permanente Provokation”, “Nichterscheinen zum Nachsitzen” etc.) müsse eine Schule nicht dauerhaft hinnehmen. Auch zum Schutze des Schulfriedens dürfe vielmehr konsequent durchgegriffen werden, wie dies im angegriffenen Bescheid getan worden sei. Die gleichzeitig verfügte Androhung des Ausschlusses aus der Schule sei bei dieser Sachlage ebenfalls rechtmäßig und insbesondere verhältnismäßig.

Verwaltungsgericht Stuttgart, Beschluss vom 1. Dezember 2015 – 12 K 5587/15

 
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