Besteht im CFD-Handel Nachschusspflicht?

13. Januar 2016 | Kapitalanlage- und Bankrecht
Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Der Handel mit CFDs ist längst bei etlichen privaten Anlegern angekommen. Ein großer Vorteil der relativ jungen Finanzinstrumente, die im deutschsprachigen Raum auch als Differenzkontrakte Bezeichnung finden, stellt die Möglichkeit dar, sowohl Long- als auch Short-Positionen eingehen zu können. Beim CFD-Trading wird das Underlying nicht direkt gehandelt – der Differenzkontrakt bezieht sich allerdings auf dieses Underlying. Die Anzahl an unterschiedlichen Underlyings ist abhängig vom CFD-Anbieter, über den gehandelt wird.
CFDs zählen zu den Derivaten und darüber hinaus zu den außerbörslich gehandelten Instrumenten. Sie gelten als hochspekulativ. Das hohe Risiko, das im Zusammenhang mit dem Handel mit Differenzkontrakten steht, kann auf verschiedene Gründe zurückgeführt werden. Sehr häufig ist im Kontext Risiko von der sogenannten Nachschusspflicht die Rede. Was es mit dieser Nachschusspflicht auf sich hat, wird in den folgenden Abschnitten erklärt.
 

Was ist die Nachschusspflicht?

Unter der Nachschusspflicht wird im Zusammenhang mit dem CFD-Handel die Verpflichtung, das Kapital auf dem Handelskonto zu erhöhen oder einen negativen Kontosaldo auszugleichen, verstanden. Beim Handel mit CFDs besteht nicht nur die Gefahr eines Totalverlusts des eingesetzten Kapitals. Es ist darüber hinaus auch möglich, dass die Verluste größer sind als die Einlage. In diesem Fall greift die Nachschusspflicht. Das bedeutet, dass Nachzahlungen fällig werden. Die Nachschusspflicht ist einer der Hauptgründe, weshalb sich der Handel mit CFDs ausschließlich für Händler mit Expertise und Erfahrung eignet.
 

Wie kann es dazu kommen, das Kapital nachgeschossen werden muss?

Ein wichtiges Merkmal des CFD-Tradings ist der Handel auf Margin. Das bedeutet, dass die Möglichkeit besteht, gehebelte Positionen einzugehen. Gehebelt bedeutet, dass nur ein Teil der Wertsumme, die im Zusammenhang mit der eingegangenen Position steht, als Sicherheitsleistung auf dem Handelskonto hinterlegt ist. Auf diese Weise erhöht sich sowohl das Gewinnpotenzial als auch das Verlustpotenzial. Je höher der Hebel, desto größer ist auch das Risiko, das im Zusammenhang mit der Nachschusspflicht besteht. Kapital nachgeschossen werden muss zum Beispiel, wenn die Marginanforderungen nicht mehr erfüllt werden. Es ist also ratsam, die Geschäftsbedingungen des CFD-Anbieters genau durchzulesen beziehungsweise zu verstehen. Mit einem sogenannten Margin Call fordert der CFD-Broker seinen Kunden in aller Regel auf, weiteres Kapital nachzuschießen. Extreme Kursschwankungen und sogenannte Gaps können darüber hinaus dazu führen, dass die Position nicht rechtzeitig geschlossen werden kann. Die Folge können Verluste sein, die deutlich über die zur Verfügung stehenden Summe auf dem CFD-Konto hinausgehen. Ein negativer Kontosaldo ist in diesem Fall das Resultat. 

Interessierte können sich auf dem Vergleichsportal www.cfd-brokervergleich.com über die einzelnen CFD Broker und deren Konditionen detaillierter informieren.

 
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