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“Soforthilfe” für Geschädigte der S&K Immobiliengruppe

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1. März 2013 | Im Blickpunkt, Kapitalanlage- und Bankrecht
Geschätzte Lesezeit: 1 Minuten

Die großangelegten Durchsuchungen und Festnahmen bei der S&K Immobiliengruppe, bei zwei DCM-Unternehmen und der Fa. United Investors traf in den letzten 10 Tagen auf ein großes Medienecho. Und schreckte wohl auch viele Anleger auf, die ihr Vermögen bei S&K Sachwerte, United Investors Fond, SHB Fonds oder FIHM investiert haben. Insgesamt ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegen 50 Personen u.a. wegen Betrugs. Sechs Tatverdächtige, darunter auch die beiden Gründer und Geschäftsführer von S&K, Stephan Schäfer und Jonas Köller, sitzen derzeit in Untersuchungshaft.

Viele Anwälte springen nun auf diese Hype auf und bieten “Soforthilfe” für Geschädigte der S&K Immobiliengruppe. Getreu dem Motto: “Den Letzten beißen die Hunde” versuchen diverse Kanzleien, die derzeitige Panik unter eventuell Geschädigten zu schüren und auf eine schnelle Klageeinreichung zu drängen.

Diese Art der Soforthilfe kann jedoch sehr teuer werden. Um nicht in Kostenfallen zu tappen, sollte jeder Anleger besonnen und ruhig bleiben und nicht sofort Mandate zur Einreichung von Klagen erteilen. Es wird empfohlen, zunächst nur ein Mandat zur Einsicht in die Ermittlungsakte erteilen. Nach erfolgter Einsicht lässt sich dann qualifiziert beurteilen, ob und vor allem gegen wen eine Klage Aussicht auf Erfolg hat.

Im jetzt laufenden Ermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen wird die zuständige Staatsanwaltschaft Vermögen der Beschuldigten ermitteln und dieses dann gemäß §§ 111c StPO beschlagnahmen lassen.

Auch bei der jetzigen Vorverurteilung der Verantwortlichen durch die Presse gilt bis zu einer möglichen gerichtlichen Verurteilung die Unschuldsvermutung zugunsten der Betroffenen.
Zivilrechtliche Schadenersatzklagen sollten daher umfassend vorbereitet werden.

Alle Tatsachen sind in der Klage vorzubringen und unter Beweis zu stellen, eine bloße Wiedergabe der Presseberichte reicht hierfür nicht. Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine Akteneinsicht in die Ermittlungsakte wertvolle Informationen und Beweismittel für das Zivilverfahren und damit für die – vollständige oder zumindest teilweise – Wiedererlangung des investierten Vermögens liefert.

Wichtig für eine bestmögliche Rückabwicklung der Investments ist eine möglichst umfassende Informationsgrundlage, auf der dann entschieden werden kann, gegen welche Akteure, welche Hintermänner – und im jeweiligen Einzelfall: gegen welche Anlagevermittler – dann vorgegangen werden soll.

[Ein Gastbeitrag von Rechtsanwältin Yvonne Wartha]

 

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