Rechtliche Schranken beim Einsatz eines Detektivs

1. April 2016 | Wirtschaftsrecht
Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Das Bild, welches die meisten von uns von einem Privatdetektiv haben, ist wahrscheinlich stark von Sherlock Holmes Romanen oder den zahlreichen Krimis, in denen Detektive in spannende und verzwickte Kriminalfälle verwickelt werden, geprägt. Die Arbeit eines realen Detektivs ist jedoch meist etwas weniger glamourös, aber Beschattungen und Abhörungen gehören auch zu seinem regelmäßigen Arbeitsalltag. Vielen kommt jedoch die Frage, ob die Daten, die sich Detektive auf diese Weise beschaffen, eigentlich auch rechtskräftig sind.

Die Arbeit eines Detektivs fällt in den Bereich des privaten Sicherheitsgewerbes und Gründe für die Konsultierung eines solchen können zahlreich sein. Beispielsweise, wenn ein Verdacht noch nicht konkret genug ist, als dass man die Polizei schon einschalten möchte. Ebenso kann ein vom Gericht abgeschlossener Prozess, dessen Verurteilter jedoch beteuert nicht schuldig zu sein, ein Anlass sein. So kann in diesem Fall der Detektiv weiter ermitteln und eventuell Beweise zu Tage fördern, die eine Wiederaufnahme des Falles ermöglichen. Oder aber man möchte etwas ohne die Hinzuziehung von öffentlichen Einrichtungen lösen.

Die Schwierigkeit bei der Bezeichnung Detektiv liegt darin, dass es sich dabei um keinen geschützten Titel handelt, das heißt, es kann sich eigentlich jeder so nennen. Aus diesem Grund fordern Berufsverbände wie zum Beispiel der Bundesband Deutscher Detektive, dass ein fachlicher Nachweis von denjenigen, die sich so bezeichnen, gefordert werden soll. Jedoch gibt es dies bisher nicht, sodass solche Prüfungen von Unternehmen und Mitarbeitern bis jetzt höchstens für die Mitglieder der entsprechenden Arbeiterverbände zwingend sind.

Konkrete rechtliche Schranken für Privatermittler

Da ein Privatdetektiv kein öffentliches Amt innehat, stehen im schlussfolgernd auch nicht die entsprechenden Befugnisse zu. Er bleibt während seiner Ermittlungen stets Privatperson. Die Grenzen entstehen vor allem durch das Strafgesetz, ebenso durch das Bundesdatenschutzgesetz, wenn der private Ermittler vorhat, die Daten an Dritte weiterzugeben oder sie zu speichern. Des Weiteren ist das Persönlichkeitsrecht der zu beobachtenden Personen zu wahren. Dazu gehören die persönliche Ehre, das Recht am eigenen Bild und gesprochenen Wort, sowie die Privats- und Intimsphäre. Betrachtet man beispielsweise das Überwachen eines Arbeitnehmers durch den Arbeitsgeber während einer Krankschreibung, so ist dies nur dann legitim, wenn besondere Gründe für dieses Interesse des Arbeitsgebers bestehen.

Bereiche, in denen nun Privatdetektive zum Einsatz kommen, sind beispielsweise in der Wirtschaftkriminalität. Hier finden sie vor allem deshalb Einsatz, weil sie diskreter und flexibler als die Polizei sein können. Der Haupteinsatzbereich von privaten Ermittlern ist jedoch im Versicherungsbetrug. Dazu gehört, um nur ein Beispiel zu nennen, das Vortäuschen einer Krankheit, während der weiterhin Gehalt bezogen wird. Oder die Feststellung einer Berufsunfähigkeit. Versicherungen haben meist nicht die Mittel um eine Prüfung dieser in die Wege zu leiten, daher kommen hier gern Detektive zum Einsatz. Weitere Informationen zu Einsatzbereichen von diesen finden Sie zum Beispiel unter lentz-detektei.de.

 
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