Zuhause studieren

6. September 2016 | Wirtschaftsrecht
Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Mit Beginn des Herbstes fangen an allen Universitäten die Studiensemester wieder an. Doch in der heutigen Zeit ist ein klassisches Studium nicht die einzige Möglichkeit, sich fortzubilden. Besonders von Berufstätigen wird die Chance wahrgenommen, ein Fernstudium zu absolvieren. So werden Arbeit und Fortbildung unter einen Hut gebracht.

Zwar fällt das sogenannte “Studentenleben” weg, aber die Fortbildung in Form eines Fernstudiums ist nicht ortsgebunden. Der Aufenthalt in einem bestimmten Hörsaal ist nicht notwendig, studieren kann jeder ganz individuell nach seinen Vorlieben zu Hause am Schreibtisch, auf dem Sofa oder nach der Arbeit z.B. in der Bahn. Folglich spielt auch die Zeit eine untergeordnete Rolle: Ob man sich morgens, mittags oder abends dem Studium widmet, bleibt dem Studierenden überlassen – und ist höchstens abhängig von seiner Arbeitszeit. Gerade die Tatsache, dass parallel zum Studium gearbeitet und damit Geld verdient wird, macht das Fernstudium so beliebt.

Doch auch bei einem solchen Studium fallen Kosten an. Jede Fern-Universität bzw. private Fern-Hochschule verlangt Studiengebühren. Dazu kommen Kosten für Reisen zu zwingende Veranstaltungen, zusätzliche Studienmittel oder auch PC- und Internet-Kosten. Auch mit einem regelmäßigen Einkommen kann das Fernstudium eine große Lücke in die finanziellen Mittel reißen.

Diese, neben dem Studium zusätzliche Belastung, möchte natürlich jeder so klein wie möglich halten: So besteht die Möglichkeit, das Fernstudium als Aufwendungen von der Steuer abzusetzen. Nach § 9 Abs. 1 EStG können Studiengebühren dann vollständig von der Steuer als Werbungskosten abgesetzt werden, wenn der Betreffende sich mit dem Fernstudium in seinem Beruf “berufsbegleitend” weiterbilden möchte und schon eine Ausbildung bzw. ein Erststudium abgeschlossen hat. Dabei hat ein konkreter Zusammenhang mit dem Beruf vorhanden zu sein und muss auf die Erzielung von Einnahmen gerichtet sein. Bei Selbständigen fallen die Aufwendungen als Betriebsausgaben bei der Gewinnermittlung ins Gewicht.

Dagegen können die Kosten für ein Fernstudium, das aus rein privaten Gründen aufgenommen wird und in keinem Zusammenhang mit dem Beruf bzw. der selbständigen Tätigkeit steht, nicht steuerlich geltend gemacht werden.

Handelt es sich bei dem Fernstudium aber um die erste Ausbildung, können die damit verbundenen Kosten als Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1 EStG berücksichtigt werden. In jedem Fall lohnt sich eine Weiterbildung in Form eines Fernstudiums – beruflich, persönlich und letztendlich mit dem Abschluss z.B. eines Bachelors auch finanziell: Eine Investition in die eigene Zukunft.

 
Weiterlesen auf der Rechtslupe

Weiterlesen auf der Rechtslupe:

Themenseiten zu diesem Artikel: , ,
Weitere Beiträge aus diesem Rechtsgebiet: Wirtschaftsrecht

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar zu diesem Artikel:

 
Zum Seitenanfang
Do NOT follow this link or you will be banned from the site!