Behandlungsfehler von Ärzten

18. März 2016 | Zivilrecht
Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Behandlungsfehler von Ärzten – Was kann man als Betroffener tun, sobald ein Behandlungsfehler vermutet wird?

Eine Statistik belegt eine hohe Zahl an Behandlungsfehlern, die deutschlandweit zunimmt. Die exakte Höhe läßt sich jedoch aufgrund von fehlenden Angaben aus dem zentralen Melderegister, leider kaum beziffern. Desto wichtiger ist die Hilfe für Patienten, die der Meinung sind einer falschen Behandlung zum Opfer gefallen zu sein. Eventuell liegt sogar der Verdacht eines Ärztepfuschs nahe. In diesem Fall ist es hilfreich zu wissen, wohin man sich wenden kann.

Hohe Dunkelziffer bei Behandlungsfehlern vermutet

Laut “Focus” stellte die Bundesärztekammer allein etwa 2.300 Behandlungsfehler bei ungefähr 7.500 Klagen von Seiten der Patienten fest. Die Dunkelziffer ist nach der Auffassung von Experten noch viel höher. Die Ursache ist bekannt: Behandlungsfehler werden nirgendwo zentral festgehalten.

Ansprechpartner bei vermutetem Ärztepfusch

Nehmen Sie Ihre Rechte in Anspruch und fordern Kopien Ihrer Behandlungsakten an. Wenn Ihnen die Kopien der Behandlungsakten vorliegen, können Sie sich zu einer Beratungsstelle begeben.

Vermuten Sie einen Behandlungsfehler, sollte eine unabhängige Instanz Ihr erster Ansprechpartner sein.
Mögliche Beispiele wäre eine Patientenberatung der Verbraucherzentrale der Unabhängigen Patientenberatung Deutschlands (UPD) oder alternativ der Deutsche Patientenschutzbund (DPSB). In der Regel ist die Beratung kostenfrei; falls Sie einen Experten in diesem juristischen Bereich benötigen, werden allerdings Gebühren fällig.
Sie bekommen auf alle Fälle eine Aussage darüber, wie Sie auf Ihren Fall bezogen angemessen vorgehen können.

Weiterer Ansprechpartner ist der MDK, hier bekommen Sie im Verdachtsfall ein kostenfreies Gutachten. Jedoch ist das Gutachten anschließend keineswegs verbindlich. Kliniken und Ärzte sind durchaus imstande es anzufechten.

Dasselbe gilt bei Gutachten, die bei Schlichtungsstellen der Ärztekammern durchgeführt werden.

Erhalten Sie ein positives Gutachten, lässt sich in der Regel ein außergerichtlicher Vergleich durchführen. Es ist sinnvoll, einen spezialisierten Anwalt hinzuzuziehen, der auf Medizinrecht spezialisiert ist, damit eine entsprechende Entschädigung erwirkt werden kann. Wenn Patienten, verantwortliche Ärzte oder Krankenhäuser an dieser Stelle nicht zusammenkommen, ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, sich für einen Prozess vor Gericht zu entscheiden.

Schlecht sieht es aus, sobald das Gutachten keine Behandlungsfehler nachweisen kann. Dann sind Ihre Möglichkeiten leider äußerst marginal, mit Erfolg aus einem Prozess hervorzugehen. Das bedeutet nicht, dass Sie gleich aufgeben müssen.

Falls Sie immer noch überzeugt davon sind im Recht zu sein, sollten Sie dennoch irgendwas in der Hand haben, damit der Behandlungsfehler mithilfe eines medizinischen Nachweises belegt werden kann.
Ein weiteres Gutachten ist in einem solchen Fall anzuraten. Andernfalls besteht die Gefahr, auf hohen Prozesskosten sitzen zu bleiben und von den enormen Prozesskosten förmlich aufgefressen zu werden.

 
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