Besondere persönliche Beziehungen des Richters

3. Februar 2016 | Verwaltungsrecht, Zivilrecht
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Die Besorgnis der Befangenheit führt zur Ablehnung, wenn aus der Sicht eines Verfahrensbeteiligten bei vernünftiger Würdigung aller Umstände Anlass gegeben ist, an der Unvoreingenommenheit und objektiven Einstellung des Richters zu zweifeln1.

Besondere persönliche Beziehungen des Richters zu einem Verfahrensbeteiligten können geeignet sein, ein solches Misstrauen eines Verfahrensbeteiligten in die Unparteilichkeit eines Richters zu rechtfertigen2.

Eine Bekanntschaft oder lockere Freundschaft stellt allerdings regelmäßig noch keine für eine Besorgnis der Befangenheit ausreichende besondere persönliche Beziehung dar3.

Es begründet aber die Besorgnis der Befangenheit, wenn eine über eine Bekanntschaft oder lockere Freundschaft hinausreichende persönliche Beziehung besteht. Dabei steht ein gesetzlicher Vertreter hinsichtlich seines Interesses am Verfahrensausgang dem unmittelbar beteiligten Rechtsträger gleich.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 2. Dezember 2015 – RiZ (R) 1/15

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 15.03.2012 – V ZB 102/11, NJW 2012, 1890 Rn. 10; Beschluss vom 10.06.2013 – AnwZ (Brfg) 24/12, NJW-RR 2013, 1211 Rn. 6; Beschluss vom 24.11.2014 – BLw 2/14, MDR 2015, 608 Rn. 3
  2. BGH, Beschluss vom 24.04.2013 – RiZ 4/12 28; Beschluss vom 15.03.2011 – II ZR 237/09, WM 2011, 812 Rn. 2; Beschluss vom 15.03.2011 – II ZR 244/09, NJW-RR 2011, 648 Rn. 2
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 29.06.2009 – I ZR 168/06 6 f.; Beschluss vom 13.06.2005 – X ZR 195/03 8; BAG, NZA-RR 2010, 516, 517

 
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