Patientenverfügungen
Der DeutÂsche BunÂdesÂtag hat gestern eine geÂsetzÂliÂche ReÂgeÂlung zur WirkÂsamÂkeit und ReichÂweiÂte von PaÂtiÂenÂtenÂverÂfüÂgung beÂschlosÂsen, mit der künfÂtig die VorÂausÂsetÂzunÂgen von PaÂtiÂenÂtenÂverÂfüÂgunÂgen und ihre BinÂdungsÂwirÂkung regeln sollen. Mit einer PaÂtiÂenÂtenÂverÂfüÂgung soll dem Arzt der Wille eines PaÂtiÂenÂten verÂmitÂtelt werÂden, der sich zur Frage seiÂner meÂdiÂziÂniÂschen BeÂhandÂlung nicht mehr selbst äuÂßern kann. Die jetzt beÂschlosÂseÂne ReÂgeÂlung entÂhält keine EinÂschränÂkung der VerÂbindÂlichÂkeit von PaÂtiÂenÂtenÂverÂfüÂgunÂgen, Patientenverfügungen gelÂten in jeder LeÂbensÂphaÂse. KünfÂtig soll jede schriftÂliÂche PaÂtiÂenÂtenÂverÂfüÂgung, die der akÂtuÂelÂlen LeÂbens- und BeÂhandÂlungsÂsiÂtuaÂtiÂon entÂspricht, für alle BeÂteiÂligÂten verÂbindÂlich sein. Bei ZweiÂfeln über den PaÂtiÂenÂtenÂwilÂlen oder bei MissÂbrauchsÂgeÂfahr entscheidet das VorÂmundÂschaftsÂgeÂricht.
Die jetzt vom Deutschen Bundestag beschlossenen Regelungen zu den Patientenverfügungen im EinÂzelÂnen:
- VollÂjähÂriÂge könÂnen in einer schriftÂliÂchen PaÂtiÂenÂtenÂverÂfüÂgung im VorÂaus festÂleÂgen, ob und wie sie späÂter ärztÂlich beÂhanÂdelt werÂden wolÂlen, wenn sie ihren WilÂlen nicht mehr selbst äuÂßern könÂnen. KünfÂtig sind BeÂtreuÂer und BeÂvollÂmächÂtigÂter im Fall der EntÂscheiÂdungsÂunÂfäÂhigÂkeit des BeÂtrofÂfeÂnen an seine schriftÂliÂche PaÂtiÂenÂtenÂverÂfüÂgung geÂbunÂden. Sie müsÂsen prüÂfen, ob die FestÂleÂgunÂgen in der PaÂtiÂenÂtenÂverÂfüÂgung der akÂtuÂelÂlen LeÂbens-? und BeÂhandÂlungsÂsiÂtuaÂtiÂon entÂspreÂchen und den WilÂlen des BeÂtrofÂfeÂnen zur GelÂtung brinÂgen.
- NieÂmand ist geÂzwunÂgen, eine PaÂtiÂenÂtenÂverÂfüÂgung zu verÂfasÂsen. PaÂtiÂenÂtenÂverÂfüÂgunÂgen könÂnen jeÂderÂzeit formÂlos wiÂderÂruÂfen werÂden.
- Gibt es keine PaÂtiÂenÂtenÂverÂfüÂgung oder trefÂfen die FestÂleÂgunÂgen nicht die akÂtuÂelÂle SiÂtuaÂtiÂon, muss der BeÂtreuÂer oder BeÂvollÂmächÂtigÂte unter BeÂachÂtung des mutÂmaßÂliÂchen PaÂtiÂenÂtenÂwilÂlens entÂscheiÂden, ob er in die UnÂterÂsuÂchung, die HeilÂbeÂhandÂlung oder den ärztÂliÂchen EinÂgriff einÂwilÂligt.
- Eine ReichÂweiÂtenÂbeÂgrenÂzung, die den PaÂtiÂenÂtenÂwilÂlen kraft GeÂsetÂzes in beÂstimmÂten FälÂlen für unÂbeÂachtÂlich erÂklärt, wird es nicht geben.
- Die EntÂscheiÂdung über die DurchÂfühÂrung einer ärztÂliÂchen MaßÂnahÂme wird im DiaÂlog zwiÂschen Arzt und BeÂtreuÂer bzw. BeÂvollÂmächÂtigÂtem vorÂbeÂreiÂtet. Der beÂhanÂdelnÂde Arzt prüft, was meÂdiÂziÂnisch inÂdiÂziert ist und erÂörÂtert die MaßÂnahÂme mit dem BeÂtreuÂer oder BeÂvollÂmächÂtigÂten, mögÂlichst unter EinÂbeÂzieÂhung naher AnÂgeÂhöÂriÂger und sonsÂtiÂger VerÂtrauÂensÂperÂsoÂnen.
- Sind sich Arzt und BeÂtreuÂer bzw. BeÂvollÂmächÂtigÂter über den PaÂtiÂenÂtenÂwilÂlen einig, beÂdarf es keiÂner EinÂbinÂdung des VorÂmundÂschaftsÂgeÂrichts. BeÂsteÂhen hinÂgeÂgen MeiÂnungsÂverÂschieÂdenÂheiÂten, müsÂsen folÂgenÂschweÂre EntÂscheiÂdunÂgen vom VorÂmundÂschaftsÂgeÂricht geÂnehÂmigt werÂden.





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