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Substantiierungsanforderungen bei der Geltendmachung von Mietmängeln

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6. Dezember 2011 | Zivilrecht

Zu den Substantiierungsanforderungen bei der Geltendmachung von Mängeln am Mietobjekt hat jetzt der Bundesgerichtshof Stellung genommen:

Das Gericht verletzt den Anspruch einer Partei auf Gewährung rechtlichen Gehörs (Art. 103 Abs. 1 GG) verletzt, wenn es die Substantiierungsanforderungen offenkundig überspannt und es dadurch versäumt, den entscheidungserheblichen Sachvortrag der Partei Beklagten in der nach Art. 103 Abs. 1 GG gebotenen Weise zur Kenntnis zu nehmen und die angebotenen Beweise zu erheben1

Ein Sachvortrag zur Begründung eines Anspruchs ist dann schlüssig und erheblich, wenn die Partei Tatsachen vorträgt, die in Verbindung mit einem Rechtssatz geeignet und erforderlich sind, das geltend gemachte Recht als in der Person der Partei entstanden erscheinen zu lassen. Die Angabe näherer Einzelheiten ist nicht erforderlich, soweit diese für die Rechtsfolgen nicht von Bedeutung sind2. Das Gericht muss nur in die Lage versetzt werden, aufgrund des tatsächlichen Vorbringens der Partei zu entscheiden, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für das Bestehen des geltend gemachten Rechts vorliegen3. Sind diese Anforderungen erfüllt, ist es Sache des Tatrichters, in die Beweisaufnahme einzutreten und dabei gegebenenfalls die benannten Zeugen oder die zu vernehmende Partei nach weiteren Einzelheiten zu befragen oder einem Sachverständigen die beweiserheblichen Streitfragen zu unterbreiten4.

Da die Minderung nach § 536 Abs. 1 BGB kraft Gesetzes eintritt, genügt der Mieter seiner Darlegungslast schon mit der Darlegung eines konkreten Sachmangels, der die Tauglichkeit der Mietsache zum vertragsgemäßen Gebrauch beeinträchtigt; das Maß der Gebrauchsbeeinträchtigung (oder einen bestimmten Minderungsbetrag) braucht er hingegen nicht vorzutragen5. Von ihm ist auch nicht zu fordern, dass er über eine hinreichend genaue Beschreibung der Mangelerscheinungen (“Mangelsymptome”) hinaus die – ihm häufig nicht bekannte – Ursache dieser Symptome bezeichnet6.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 25. Oktober 2011 – VIII ZR 125/11

  1. vgl. auch BGH, Beschlüsse vom 01.06.2005 – XII ZR 275/02, NJW 2005, 2710 unter II 2; vom 02.06.2008 – II ZR 121/07, NJW-RR 2008, 1311 Rn. 2; vom 19.06.2008 – VII ZR 127/06, NZBau 2008, 644 Rn. 7 f.; vom 20.05.2010 – V ZR 201/09
  2. vgl. BGH, Urteile vom 12.07.1984 – VII ZR 123/83, NJW 1984, 2888 unter II 1 a; vom 21.01.1999 – VII ZR 398/97, NJW 1999, 1859 unter II 2 a mwN; Beschlüsse vom 01.06.2005 – XII ZR 275/02, aaO unter II 2 a; vom 21.05.2007 – II ZR 266/04, NJW-RR 2007, 1409 Rn. 8; vom 12.06.2008 – V ZR 223/07
  3. BGH, Urteile vom 12.07.1984 – VII ZR 123/83, aaO mwN; vom 13.12.2002 – V ZR 359/01, NJW-RR 2003, 491 unter II 2 a
  4. vgl. BGH, Urteile vom 12.07.1984 – VII ZR 123/83, aaO unter II 1 b; vom 21.01.1999 – VII ZR 398/97, aaO unter II 2 b; Beschlüsse vom 21.05.2007 – II ZR 266/04, aaO; vom 12.06.2008 – V ZR 223/07, aaO Rn. 7
  5. vgl. BGH, Urteil vom 27.02.1991 – XII ZR 47/90, NJW-RR 1991, 779 unter 2 c; BGH, Beschluss vom 11.06.1997 – XII ZR 254/95, WuM 1997, 488 unter b mwN; jeweils zu § 537 BGB aF
  6. vgl. BGH, Urteile vom 03.07.1997 – VII ZR 210/96, NJW-RR 1997, 1376 unter II 1; vom 03.12.1998 – VII ZR 405/97, NJW 1999, 1330 unter II 1; jeweils zum Beseitigungsverlangen von Baumängeln

 

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