Tatsachenbehauptung ohne genaue Kenntnisse

29. Februar 2016 | Zivilrecht
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Die darlegungsbelastete Partei ist grundsätzlich nicht gehindert, Tatsachen zu behaupten, über die sie keine genauen Kenntnisse hat, die sie aber nach Lage der Dinge für wahrscheinlich hält.

Unzulässig wird ein solches prozessuales Vorgehen erst dort, wo die Partei ohne greifbare Anhaltspunkte für das Vorliegen eines bestimmten Sachverhalts willkürlich Behauptungen “aufs Geratewohl” oder “ins Blaue hinein” aufstellt1.

Bei der Annahme von Willkür in diesem Sinne ist allerdings Zurückhaltung geboten. In der Regel wird sie nur bei Fehlen jeglicher tatsächlicher Anhaltspunkte vorliegen2.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 22. Dezember 2015 – VI ZR 101/14

  1. vgl. BGH, Urteile vom 25.04.1995 – VI ZR 178/94, VersR 1995, 852, 853; vom 24.06.2014 – VI ZR 560/13, VersR 2014, 1095 Rn. 36; BGH, Beschluss vom 18.03.2014 – VI ZR 128/13 6; BGH, Urteile vom 04.03.1991 – II ZR 90/90, NJW-RR 1991, 888, 890 f.; vom 08.05.2012 – XI ZR 262/10, BGHZ 193, 159 Rn. 40; vom 04.02.2014 – XI ZR 398/12, BKR 2014, 200 Rn. 16; BVerfG, WM 2012, 492, 493, jeweils mwN; Hk-ZPO/Saenger, 6. Aufl., § 284 Rn. 47; Zöller/Greger, ZPO, 30. Aufl., Vor § 284 Rn. 5
  2. vgl. BGH, Urteile vom 25.04.1995 – VI ZR 178/94, aaO; vom 24.06.2014 – VI ZR 560/13, VersR 2014, 1095 Rn. 36; BGH, Urteil vom 08.05.2012 – XI ZR 262/10, aaO

 
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