Wenn im Restaurant der Stuhl zusammenbricht

13. April 2016 | Zivilrecht
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Einem Gast, dessen Stuhl im Restaurant zusammenbricht, steht nach Ansicht des Landgerichts Magdeburg kein Schadensersatz und kein Schmerzensgeld zu.

In dem hier entschiedenen Fall suchte der Gast mit seiner Ehefrau eine Gaststätte im Zentrum vom Magdeburg auf, um dort zu frühstücken. Als er sich auf einen Stuhl hinsetzen wollte, stürzte er mit dem Stuhl und verletzte sich. Ursache des Sturzes war ein Defekt des Stuhles, womit der Gast nicht hätte rechnen müssen. Der Gast wirft dem Gastwirt vor, dass er sein Mobiliar nicht ausreichend kontrolliert habe.

Das Landgericht Magdeburg hat die Klage des Gastes abgewiesen. Es gebe, so das Landgericht, Lebensbereiche, in denen ein Unglück eintreten kann und trotzdem dem Schädiger kein schuldhaftes Verhalten zuzuschreiben ist. Zwar hat grundsätzlich ein Gastwirt dafür Sorge zu tragen, dass von den Örtlichkeiten und dem Inventar keine Gefahren ausgehen. Der Gastwirt muss grundsätzlich sein Sitzmobiliar auf Tauglichkeit überprüfen. Nach dem Foto des Stuhles war jedoch weder für den Gast noch für den Gaststättenbetreiber eine Vorschädigung des Stuhles erkennbar. Dem Gaststättenbetreiber ist auch lediglich eine Sichtkontrolle zuzumuten. Er muss nicht an jedem seiner Stühle rütteln, um festzustellen, ob die Leimverbindung zwischen Nut und Fuge noch stabil und ausreichend ist.

Landgericht Magdeburg, Urteil vom 13. November 2015 – 10 O 1311/15

 
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