Auf­he­bung eines Grund­la­gen­be­schei­des und die Fol­gen

Mit der Fra­ge der Ände­rungs­mög­lich­kei­ten eines Fol­ge­be­schei­des nach Auf­he­bung des Grund­la­gen­be­schei­des hat­te sich der Bun­des­fi­nanz­hof in einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil zu befas­sen:

Auf­he­bung eines Grund­la­gen­be­schei­des und die Fol­gen

Ein Anspruch auf Kor­rek­tur eines Fol­ge­be­scheids nach Maß­ga­be des § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO 1977 muss im gericht­li­chen Ver­fah­ren im Wege der Ver­pflich­tungs­kla­ge gel­tend gemacht wer­den.

Die Auf­he­bung eines Fest­stel­lungs­be­scheids (Grund­la­gen­be­scheid) führt nur dann dazu, dass der bis­her in die­sem Bescheid beur­teil­te Sach­ver­halt nun­mehr unmit­tel­bar im Ein­kom­men­steu­er­be­scheid (Fol­ge­be­scheid) beur­teilt wer­den kann, wenn sie als Erlass eines nega­ti­ven Fest­stel­lungs­be­scheids zu wer­ten ist. Ande­ren­falls bleibt der betref­fen­de Sach­ver­halt einer Über­prü­fung im Ein­kom­men­steu­er­ver­fah­ren ent­zo­gen.

Wird ein als Grund­la­gen­be­scheid wir­ken­der Fest­stel­lungs­be­scheid auf­ge­ho­ben, ohne dass damit der Erlass eines nega­ti­ven Fest­stel­lungs­be­scheids ver­bun­den ist, so muss eine von dem Fest­stel­lungs­be­scheid aus­ge­lös­te Ände­rung des Fol­ge­be­scheids rück­gän­gig gemacht wer­den.

Ein Antrag auf Ände­rung eines Fol­ge­be­scheids nach § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO 1977 hemmt den Ablauf der Fest­set­zungs­frist nach Maß­ga­be des § 171 Abs. 3 AO 1977.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 24. Mai 2006 – I R 93/​05