Fein­staub­pla­ket­te

Am 31. Mai 2006 hat das Bun­des­ka­bi­nett eine Ver­ord­nung zur Kenn­zeich­nung emis­si­ons­ar­mer Kraft­fahr­zeu­ge (Kenn­zeich­nungs­ver­ord­nung) nach §40 Abs. 3 des Bun­des­im­mis­si­ons­schutz­ge­set­zes beschlos­sen. Sie soll dazu bei­tra­gen, die Fein­staub­be­las­tung zu redu­zie­ren, die in den Städ­ten der­zeit viel­fach zu hoch ist. Dazu sieht die Ver­ord­nung eine bun­des­weit ein­heit­li­che Kenn­zeich­nung von Autos, Last­wa­gen und Bus­sen mit Pla­ket­ten nach Höhe ihrer Fein­staub­emis­si­on vor. Zudem wird ein neu­es Ver­kehrs­zei­chen „Umwelt­zo­ne“ ein­ge­führt, das ein fein­staub­be­ding­tes Fahr­ver­bot signa­li­siert. Bei einem sol­chen Fahr­ver­bot dür­fen künf­tig ledig­lich Fahr­zeu­ge fah­ren, die eine bestimm­te Fein­staub­pla­ket­te auf der Wind­schutz­schei­be tra­gen.

Fein­staub­pla­ket­te

Die Fein­staub­pla­ket­ten wird es in drei ver­schie­de­nen Far­ben geben, die jeweils einer Schad­stoff­grup­pe zuge­ord­net sind. Die umwelt­freund­lichs­te Kate­go­rie bil­det Schad­stoff­grup­pe 4 (Abgas­norm Euro 4 und bes­ser). Sie erhält eine grü­ne Pla­ket­te. Schad­stoff­grup­pe 3 (Abgas­norm Euro 3) wird mit einer gel­ben, Grup­pe 2 (Abgas­norm Euro 2) mit einer roten Pla­ket­te ver­se­hen. In die­se drei Grup­pen fal­len deut­lich mehr als die Hälf­te der Pkw. Zur Schad­stoff­grup­pe 1 zäh­len dage­gen Wagen ohne gere­gel­ten Kata­ly­sa­tor und alte Die­sel-Fahr­zeu­ge. Sie wer­den nicht gekenn­zeich­net und dür­fen Umwelt­zo­nen grund­sätz­lich nicht mehr pas­sie­ren. In wel­chem Umfang rot und gelb gekenn­zeich­ne­te Fahr­zeu­ge in Umwelt­zo­nen ver­keh­ren dür­fen, wird von den zustän­di­gen Behör­den auf kom­mu­na­ler Ebe­ne fest­ge­legt.

Die Bun­des­län­der wer­den mög­li­che Fahr­ver­bo­te in einem Luft­rein­hal­te­plan vor­ge­ben. Auf Basis der Plä­ne kön­nen die Kom­mu­nen und Städ­te in einem Akti­ons­plan exakt fest­le­gen, wel­che Stra­ßen oder Regio­nen in wel­chem Umfang von Fahr­zeu­gen mit Pla­ket­te befah­ren wer­den dür­fen. Die Fahr­ver­bo­te rich­ten sich nach der Zusam­men­set­zung und Höhe der Fein­staub­be­las­tung in dem betrof­fe­nen Gebiet. In der Innen­stadt von Ber­lin soll laut Luft­rein­hal­te- und Akti­ons­plan ab 2008 eine Umwelt­zo­ne und in der Stutt­gar­ter Innen­stadt ab Juli 2007 eine Umwelt­zo­ne ein­ge­rich­tet wer­den. In Mün­chen befin­det sich ein ent­spre­chen­der Plan für eine Umwelt­zo­ne in der Dis­kus­si­on. Wenn­gleich kei­ne Pla­ket­ten­pflicht besteht, wird also in Bal­lungs­zen­tren ein Anreiz bestehen, sich die Fein­staub­pla­ket­te zu beschaf­fen, da Teil­neh­mer ohne Pla­ket­te bei einem fein­staub­be­ding­tem Fahr­ver­bot nicht fah­ren dür­fen.

Nach ers­ten Ein­schät­zun­gen wird die Pla­ket­te zwi­schen fünf und zehn Euro kos­ten. Aus­ga­be­stel­len für die Pla­ket­ten sind die Kfz-Zulas­sungs­stel­len, die Tech­ni­schen Über­wa­chungs­ver­ei­ne (TÜV) und über 30.000 zur Abgas­un­ter­su­chung zuge­las­se­ne Werk­stät­ten. Die Kenn­zeich­nungs­ver­ord­nung wird der­zeit von der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on noti­fi­ziert und wird dann fünf Mona­te nach Ver­kün­dung in Kraft tre­ten.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen hier­zu fin­den sich in einer Aus­ar­bei­tung des Wis­sen­schaft­li­chen Diens­tes des Deut­schen Bun­des­ta­ges