Abschuss­zah­len und Rot­wild­ver­biss

Bei erheb­li­chen Wald­schä­den durch Rot­wild­ver­biss darf die Jagd­be­hör­de erhöh­te Abschuss­zah­len fest­set­zen, um so den Rot­wild­be­stand zu ver­rin­gern. Dies hat jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt in zwei Eil­ver­fah­ren ent­schie­den.

Abschuss­zah­len und Rot­wild­ver­biss

In den zugrun­de lie­gen­den Fäl­len hat­te das Forst­amt Soon­wald in zwei Jagd­be­zir­ken star­ke Ver­biss- und Schäl­schä­den fest­ge­stellt, wel­che durch den erheb­lich ange­wach­se­nen Rot­wild­be­stand ver­ur­sacht wor­den waren. Die obe­re Jagd­be­hör­de, die Struk­tur- und Geneh­mi­gungs­di­rek­ti­on Süd, setz­te daher mit sofor­ti­ger Wir­kung die Rot­wild­ab­schuss­zah­len für das Jagd­jahr 2007/​2008 für die bei­den Jagd­be­zir­ke – statt wie zunächst vor­ge­se­hen auf 28 bzw. 17 – auf 65 bzw. 40 Tie­re fest.

Nach den jagd­recht­li­chen Bestim­mun­gen sind sol­che Abschuss­re­ge­lun­gen von den Jagd­aus­übungs­be­rech­tig­ten zu befol­gen. Um eine auf­schie­ben­de Wir­kung die­ser Anord­nung zu errei­chen, wand­ten sich die betrof­fe­nen Jagd­aus­übungs­be­rech­tig­ten mit Eil­an­trä­gen an das Ver­wal­tungs­ge­richt. Sie mach­ten gel­tend, dass die Zah­len zu hoch ange­setzt wor­den sei­en.

Das Gericht hat die Anträ­ge abge­lehnt: Der Bestand in den bei­den 308 ha bzw. 240 ha gro­ßen Revie­ren betra­ge ca. 101 bzw. 54 Tie­re und über­stei­ge somit die dort höchst­zu­läs­si­ge Wild­dich­te von zwei Stück Rot­wild je 100 ha erheb­lich. Die sofor­ti­ge Erhö­hung der Abschuss­zah­len sei not­wen­dig, um die mit die­sem erhöh­ten Rot­wild­be­stand ein­her­ge­hen­den Wald­schä­den zu ver­rin­gern; die­se sei­en für die Wald­ei­gen­tü­mer nicht mehr hin­nehm­bar. Ent­ge­gen der Ansicht der Antrag­stel­ler sei­en die Schä­den auch nicht auf unzu­rei­chen­de Schutz­maß­nah­men der Forst­ver­wal­tung zurück­zu­füh­ren, denn die­se sei nicht zu einem auf­wän­di­gen Voll­schutz ihrer Forst­pflan­zen ver­pflich­tet.

Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt, Beschlüs­se vom 16. Okto­ber 2007 – 4 L 1151/​07.NW und 4 L 1153/​07.NW