Anla­ge­be­ra­tungs­ver­trag – und die Haf­tung der Bank

Tritt ein Anla­ge­in­ter­es­sent an eine Bank oder der Anla­ge­be­ra­ter einer Bank an einen Kun­den her­an, um über die Anla­ge eines Geld­be­tra­ges bera­ten zu wer­den bzw. zu bera­ten, so wird das dar­in lie­gen­de Ange­bot zum Abschluss eines Bera­tungs­ver­tra­ges still­schwei­gend durch die Auf­nah­me eines Bera­tungs­ge­sprächs ange­nom­men1.

Anla­ge­be­ra­tungs­ver­trag – und die Haf­tung der Bank

Aus die­sem Bera­tungs­ver­trag folgt für die Bank eine Pflicht zur objekt­ge­rech­ten Bera­tung.

Soweit aller­dings das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen2 im hier ent­schie­de­nen Fall in der Vor­in­stanz eine Pflicht­ver­let­zung der Beklag­ten alter­na­tiv dar­in gese­hen hat, den Klä­ger ent­we­der nicht dar­auf hin­ge­wie­sen zu haben, den Pro­spekt der Fonds­ge­sell­schaft nicht geprüft zu haben3, oder nicht dar­auf, dass der Pro­spekt das fal­sche Bild ver­mitt­le, die pro­spek­tier­ten Pla­nun­gen wür­den (nahe­zu) zur Gän­ze umge­setzt, hat es bereits im Ansatz ver­kannt, dass sol­che auf den Pro­spekt bezo­ge­ne Pflich­ten der Beklag­ten selbst wenn man einen Pro­spekt­feh­ler unter­stellt schon dem Grun­de nach nur bestehen kön­nen, wenn die Beklag­te den streit­be­fan­ge­nen Pro­spekt dem Klä­ger so recht­zei­tig vor der Zeich­nung der Kom­man­dit­be­tei­li­gung über­ge­ben hat, dass er sich mit des­sen Inhalt ver­traut machen konn­te4, oder wenn die Beklag­te den Klä­ger auf der Grund­la­ge des Pro­spek­tes bera­ten hat5. Bei­des hat das OLG Mün­chen nicht fest­ge­stellt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 12. Dezem­ber 2017 – XI ZR 552/​16

  1. st. Rspr. seit BGH, Urteil vom 06.07.1993 – XI ZR 12/​93, BGHZ 123, 126, 128 []
  2. OLG Mün­chen, Urteil vom 27.09.2016 – 5 U 129/​16 []
  3. vgl. dazu ein­ge­hend BGH, Urteil vom 07.10.2008 – XI ZR 89/​07, BGHZ 178, 149 Rn. 14 []
  4. vgl. dazu auch BGH, Urteil vom 25.09.2007 – XI ZR 320/​06, BKR 2008, 199 Rn. 17 und BGH, Beschluss vom 19.07.2011 – XI ZR 191/​10, WM 2011, 1506 Rn. 18 []
  5. vgl. dazu BGH, Beschluss vom 17.09.2009 – XI ZR 264/​08, BKR 2009, 471 Rn. 5 []