Arbeits­lo­se Dia­be­ti­ker

Arbeits­lo­se, die auf­grund eines Dia­be­tes mel­li­tus vom Typ IIa auf beson­de­re Dia­be­tes-Kost ange­wie­sen sind, haben Anspruch auf einen Zuschlag zum Regel­satz des Arbeits­lo­sen­gel­des II. Das ent­schied in einem heu­te ver­öf­fent­lich­ten Beschluss das Hes­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt.

Arbeits­lo­se Dia­be­ti­ker

Im vor­lie­gen­den Fall hat­te die zustän­di­ge MainAr­beit in Offen­bach einem arbeits­lo­sen Dia­be­ti­ker einen Mehr­be­darfs­zu­schlag ver­wehrt. Sie argu­men­tier­te, Dia­be­ti­ker könn­ten sich ohne finan­zi­el­len Mehr­auf­wand krank­heits­ge­recht ernäh­ren. Die dage­gen gerich­te­te Beschwer­de beim Lan­des­so­zi­al­ge­richt hat­te Erfolg.

In der medi­zi­ni­schen Wis­sen­schaft ist die Fra­ge nach der Not­wen­dig­keit und Wirk­sam­keit einer beson­de­ren Dia­be­tes-Kost bis­her nicht end­gül­tig ent­schie­den. Solan­ge dies so sei, so die Darm­städ­ter Rich­ter, fol­ge das Gericht den Emp­feh­lun­gen des Deut­schen Ver­eins für öffent­li­che und pri­va­te Für­sor­ge. Die­ser emp­fiehlt der­zeit noch eine beson­de­re Kran­ken­kost für Dia­be­ti­ker. Da die Dia­be­ti­ker-Kost einen medi­zi­nisch not­wen­di­gen tat­säch­li­chen Bedarf abde­cke, gehö­re ihre Finan­zie­rung zum ver­fas­sungs­recht­lich geschütz­ten Exis­tenz­mi­ni­mum. Dem Kran­ken sei nicht zuzu­mu­ten, die­sen Mehr­be­darf aus dem soge­nann­ten ?Ans­par­an­teil? des Regel­sat­zes zu decken, da die­ser für ein­ma­li­ge beson­de­re Bedar­fe gedacht sei.

Hes­si­sches Lan­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 27. Febru­ar 2007 – L 7 AS 241/​09 ER