Augen­ärz­te und die Bril­len­ver­sor­gung

Es stellt eine unan­ge­mes­se­ne unsach­li­che Ein­fluss­nah­me auf die ärzt­li­che Behand­lungs­tä­tig­keit dar, wenn durch das Gewäh­ren oder Inaus­sicht­stel­len eines finan­zi­el­len Vor­teils dar­auf hin­ge­wirkt wird, dass Ärz­te ent­ge­gen ihren Pflich­ten aus dem Behand­lungs­ver­trag und dem Berufs­recht nicht allein anhand des Pati­en­ten­in­ter­es­ses ent­schei­den, ob sie einen Pati­en­ten an bestimm­te Anbie­ter gesund­heit­li­cher Leis­tun­gen ver­wei­sen.

Augen­ärz­te und die Bril­len­ver­sor­gung

Haben Markt­teil­neh­mer bei ihren geschäft­li­chen Ent­schei­dun­gen (auch) die Inter­es­sen Drit­ter zu wah­ren, so ist eine unan­ge­mes­se­ne unsach­li­che Ein­fluss­nah­me im Sin­ne von § 4 Nr. 1 UWG gege­ben, wenn sie durch die Gewäh­rung oder das Inaus­sicht­stel­len eines finan­zi­el­len Vor­teils dazu ver­an­lasst wer­den kön­nen, die­se Inter­es­sen­wah­rungs­pflicht zu ver­let­zen 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. Juni 2010 – I ZR 182/​08

  1. vgl. BGH, Urteil vom 21.04.2005 – I ZR 201/​02, GRUR 1059, 1060 f. = WRP 2005, 1508 – Quer­sub­ven­tio­nie­rung von Labor­ge­mein­schaf­ten I; BGH GRUR 2008, 530 Tz. 14 – Nach­lass bei der Selbst­be­tei­li­gung[]