Betrug durch Schlüs­sel­diens­te

Jeden Tag in Deutsch­land geschieht es unzäh­li­ge Male, ein Wind­stoß oder eine Unacht­sam­keit und in Sekun­den­schnel­le sind Sie aus Ihrer eige­nen Woh­nung aus­ge­sperrt. Befin­det sich dann z.B. noch ein Baby in der Woh­nung oder köchelt auf dem Herd bereits das Mit­tag­essen, dann bleibt nicht viel Zeit, um wie­der Zutritt zur Woh­nung zu erlan­gen. Doch dass das mit den Schlüs­sel­diens­ten in den meis­ten Fäl­len nicht ganz so ein­fach ist, macht die Situa­ti­on nicht bes­ser. Nach­fol­gend erhal­ten Sie Rat­schlä­ge, die Sie über Ihre Rech­te auf­klä­ren und was Sie tun kön­nen, wenn Sie einem Betrug erle­gen sind.

Betrug durch Schlüs­sel­diens­te

Die Bran­che mit vie­len schwar­zen Scha­fen

Viel­leicht haben Sie es auch schon bemerkt, in regel­mä­ßi­gen Abstän­den wird im Fern­se­hen immer mal wie­der über neue Betrugs­fäl­le bei Schlüs­sel­diens­ten berich­tet. Kaum eine ande­re Bran­che in Deutsch­land steht der­art in Ver­ruf. Ob die­se Tat­sa­che ein­zig dar­auf basiert, dass die Betrof­fe­nen sich meist in einer wah­ren Not­la­ge befin­den, kann nicht gesagt wer­den. Fakt ist aller­dings, dass die Diens­te von einem Schlüs­sel­dienst nur sehr ungern in Anspruch genom­men wer­den, allein auf­grund der Angst abge­zockt zu wer­den. Seriö­se Schlüs­sel­diens­te fin­den Sie sicher­lich im Ver­gleich von Schlüs­sel­diens­ten.

Wel­che Prei­se sind okay und wo beginnt der Wucher?

Abhän­gig von Bun­des­land, Regi­on, Wochen­tag und Tages­zeit, vari­ie­ren die Kos­ten für den Ein­satz von einem Schlüs­sel­dienst mas­siv. An Wochen­en­den, in der Nacht oder an Fei­er­ta­gen müs­sen Betrof­fe­ne mit ent­spre­chen­den Zusatz­kos­ten rech­nen, die sicher­lich im Rah­men auch gerecht­fer­tigt sind. Wird Ihnen jedoch vom Schlüs­sel­dienst eine Rech­nung vor­ge­legt, mit einem Preis von meh­re­ren Hun­dert Euro oder sogar ein Betrag im vier­stel­li­gen Bereich, han­delt es sich defi­ni­tiv um Wucher und einer betrü­ge­ri­schen Hand­lung.

An einem nor­ma­len Werk­tag zu übli­chen Geschäfts­zei­ten beläuft sich die Rech­nung von einem seriö­sen Schlüs­sel­dienst, wie z.B. dem Schlüs­sel­dienst 24, zwi­schen 60 und 150 Euro. Beach­ten müs­sen Sie aber auch Anfahrts­we­ge und wenn es sich um einen Not­fall an einem Wochen­en­de, Fei­er­tag oder in Nacht­stun­den han­delt, sind Prei­se zwi­schen 100 und 250 Euro durch­aus gerecht­fer­tigt. Zudem kön­nen Zusatz­leis­tun­gen wie das Aus­tau­schen vom Schloss oder Auf­boh­ren vom Zylin­der, zu wei­te­ren legi­ti­men Kos­ten füh­ren. Des Wei­te­ren sind in Groß­städ­ten die Prei­se für eine Tür­öff­nung etwas teu­rer, wie es auf dem Land der Fall ist.

Was der Gesetz­ge­ber bei Betrugs­fäl­len durch Schlüs­sel­diens­te vor­sieht

Sobald Ihnen eine Rech­nung in dop­pel­ter Höhe der genann­ten Durch­schnitts­prei­se aus­ge­stellt wor­den ist, besteht in der Regel ein Fall von Wucher. Aus recht­li­cher Sicht ist der Tat­be­stand von "Wucher" dann gege­ben, wenn Sie als Betrof­fe­ner in einer Not­si­tua­ti­on in Ver­bin­dung mit man­geln­den fach­li­chen Kennt­nis­sen aus­ge­nutzt wer­den, was die Aus­füh­rung von Arbei­ten durch den Schlüs­sel­dienst betrifft, die nicht unbe­dingt von Nöten gewe­sen wären.

Auf­grund von Abzo­cke durch Schlüs­sel­diens­te gibt es bereits zahl­lo­se Gerichts­ur­tei­le. Soll­ten Sie eben­falls einer sol­chen Betrugs­ma­sche erle­gen sein, ist es Ihnen drin­gend zu emp­feh­len, einen Rechts­an­walt ein­zu­schal­ten, der Sie und Ihre Rech­te ent­spre­chend vor Gericht ver­tre­ten kann. Glei­che Mög­lich­keit gilt übri­gens auch dann, wenn durch den Ein­satz des Schlüs­sel­diens­tes eine teu­re Sach­be­schä­di­gung ent­stan­den ist, wel­che even­tu­ell hät­te ver­mie­den wer­den kön­nen und Sie aber bereits den Rech­nungs­be­trag begli­chen haben. Ihnen steht auch dann noch frei, gericht­lich dage­gen anzu­ge­hen.

Wie Sie vor­ge­hen kön­nen, wenn der Schlüs­sel­dienst eine über­zo­ge­ne Rech­nung aus­ge­stellt hat

Ihnen ste­hen Mit­tel und Wege zur Ver­fü­gung, wenn Sie eine viel zu hohe Rech­nung vom Dienst­leis­ter vor­ge­setzt bekom­men haben. Sie müs­sen mit der Rech­nung in so einem Fall zu einem Anwalt gehen, der die Höhe der Sum­me auf Kor­rekt­heit oder Wucher über­prü­fen wird. Soll­te der Anwalt fest­stel­len, dass die Rech­nung zu hoch ist, kön­nen Sie vor Gericht zie­hen bzw. recht­li­che Schrit­te ein­lei­ten las­sen.

Wie bereits erwähnt, liegt Wucher immer dann vor, wenn der aus­ge­stell­te Rech­nungs­be­trag dop­pelt so hoch ist, wie die durch­schnitt­li­chen Prei­se der Dienst­leis­tung in Kom­bi­na­ti­on mit dem Aus­nut­zen einer Not­la­ge und ent­spre­chen­der Unwis­sen­heit.

Im Fal­le einer ver­schlos­se­nen Tür, die Sie in eine Not­si­tua­ti­on oder auch Zwangs­la­ge gebracht hat und der Tür­öff­nung durch einen Schlüs­sel­dienst, der Ihre aktu­el­le Situa­ti­on dahin­ge­hend aus­nutzt, um Ihnen eine voll­kom­men über­höh­te Rech­nung auf­zu­er­le­gen, wird der Tat­be­stand des Wuchers voll­ends erfüllt. Als recht­li­che Kon­se­quenz kann der abge­schlos­se­ne Dienst­leis­tungs­ver­trag kom­plett als nich­tig ange­se­hen wer­den.

Somit kom­men Sie in die Posi­ti­on zurück, als hät­ten Sie mit betref­fen­den Schlüs­sel­dienst nie­mals einen der­ar­ti­gen Ver­trag abge­schlos­sen. Die Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen Ihrer­seits sind nicht mehr gege­ben oder allen­falls nur noch in der Sum­me, wel­che für die Dienst­leis­tung gerecht­fer­tigt ist.