Bewer­tungs­ma­nage­ment: Fake-Bewer­tun­gen leicht erkennen

Bei vie­len Bewer­tun­gen im Netz han­delt es sich um ech­te Rezen­sio­nen von rea­len Per­so­nen – jedoch befin­den sich auch mas­sen­haft Fake-Bewer­tun­gen im Inter­net. Die Mehr­zahl der Ver­brau­cher ori­en­tiert sich, wenn sie Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen online kau­fen, an den jewei­li­gen Bewer­tun­gen. Ansons­ten las­sen sich noch Pro­dukt­ab­bil­dun­gen und ‑beschrei­bun­gen her­an­zie­hen, um zu ent­schei­den, ob hier gekauft wird. Ein Aus- und Anpro­bie­ren oder die Unter­stüt­zung eines Ver­käu­fers ent­fal­len beim Online­kauf ja komplett. 

Bewer­tungs­ma­nage­ment: Fake-Bewer­tun­gen leicht erkennen

Natür­lich stel­len Her­stel­ler und Händ­ler nur attrak­ti­ve Fotos ihrer Pro­duk­te online und beschrei­ben die Mate­ri­al- und Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät sowie die Funk­tio­nen mit den aller­schöns­ten Wor­ten. Schließ­lich soll das Pro­dukt mög­lichst so glän­zend daste­hen, dass vie­le Ver­brau­cher es bestel­len. Das wis­sen jedoch auch die Kun­den. Des­halb legen Ver­brau­cher ihren Fokus auf die von ande­ren Käu­fern abge­ge­be­nen Bewer­tun­gen, die heu­te eine immens wich­ti­ge Rol­le beim Ein­kauf spielen.

Nicht alle Bewer­tun­gen stam­men von ech­ten Verbrauchern

Umso wich­ti­ger wird es zu erken­nen, wel­che Bewer­tun­gen wirk­lich von einem ech­ten Ver­brau­cher stam­men und wel­che von Bots ver­fasst sind, um die Ver­kaufs­zah­len in die Höhe zu trei­ben. Spe­zi­el­le Bewer­tungs­kauf­por­ta­le (wie bei­spiels­wei­se Fivestar Mar­ke­ting, Gold­star Mar­ke­ting, bewertungen-kaufen.com, deutschebewertungen.com, googlebewertungen.com u. a.) bie­ten ihre Dienst­leis­tun­gen für vie­le Ein­satz­be­rei­che an. Ob für Ama­zon, eBay, Trust­pi­lot, Goog­le, für diver­se Arbeit­ge­ber­por­ta­le oder für Platt­for­men wie Tri­pad­vi­sor und Holi­day­Check – alle Ver­käu­fer wol­len mög­lichst vie­le posi­ti­ve Bewer­tun­gen für ihre Angebote.

Die Fra­ge lau­tet nun, wor­an erken­nen Sie Fake-Bewertungen?

So las­sen sich Fake-Bewer­tun­gen leicht identifizieren

Wenn Sie sehr aus­führ­li­che und lan­ge Bewer­tun­gen lesen, ist es in den aller­meis­ten Fäl­len eine Fake-Bewer­tung. Immer dann, wenn zu sehr ins Detail gegan­gen wird, lan­ge und aus­gie­big von den Vor­zü­gen eines Pro­duk­tes geschwärmt wird und eine lan­ge Lis­te an Anwen­dungs­fäl­len erstellt wird, ist Vor­sicht gebo­ten. Die­ses Vor­ge­hen bei einer Rezen­si­on ist von einem ech­ten Ver­brau­cher eher nicht zu erwar­ten und deu­tet stark auf eine Fake-Bewer­tung hin.

Wenn ein Pro­dukt gefällt, schrei­ben Kun­den meist kurz und knapp, was gefal­len hat und wofür sie Punk­te­ab­zug geben. Wer hat schon die Lust und Zeit, einen aus­führ­li­chen Pro­dukt­test als Rezen­si­on ein­zu­stel­len. „War ein Geschenk. Funk­tio­niert gut und Far­be ist auch schön. Alles soweit ok.“ oder „Für den Preis in Ord­nung, woll­te auch nur 20,- Euro aus­ge­ben.“ – so und ähn­lich lau­ten die meis­ten ech­ten Bewer­tun­gen. Völ­lig sicher sein, kann man jedoch auch hier­bei nicht. Auch Bewer­tungs­agen­tu­ren arbei­ten nach den aktu­el­len Stan­dards und nut­zen wenig Inhalt, zum Bei­spiel für Bewer­tun­gen auf Ama­zon, denn der Gigant ver­öf­fent­licht zu werb­lich gehal­te­ne Rezen­sio­nen erst gar nicht.

Einen wei­te­ren Anhalts­punkt kön­nen die Pro­fi­le der Bewer­ter geben. Wer aus­schließ­lich für eine bestimm­te Kate­go­rie schreibt, fällt hier auf. Auch die Anzahl der ver­fass­ten Rezen­sio­nen eines Pro­fils kann Auf­schluss dar­über geben, ob es sich um Fake-Bewer­tun­gen han­delt. Wer bei­spiels­wei­se aus­schließ­lich über Unter­wä­sche schreibt, hat wohl einen Fetisch oder ver­dient mit dem Schrei­ben von Bewer­tun­gen Geld. 

Veri­fi­zier­ter Kauf – lei­der kein Anhalts­punkt mehr für einen ech­ten Käufer

Ama­zon lis­tet tat­säch­li­che Käu­fer als veri­fi­ziert auf. Dies war in der Ver­gan­gen­heit ein guter Grund, um an die Echt­heit der Bewer­tung zu glau­ben. Lei­der ist das heu­te kein Fak­tor mehr, denn die „gebuch­ten“ Käu­fer bekom­men das Pro­dukt kos­ten­frei vom Ver­käu­fer – als Gegen­leis­tung schrei­ben die­se dann eine posi­ti­ve Bewer­tung und bekom­men noch zusätz­lich ihr vor­ab ver­ein­bar­tes Hono­rar. Die Bewer­tungs­agen­tur ist sozu­sa­gen Mitt­ler zwi­schen Ver­käu­fer und Käu­fer. Den­noch ist die Bewer­tung eine Fake-Bewer­tung, da sie für Geld und nicht aus frei­en Stü­cken erstellt wird.

Sehr ver­däch­tig sind auch Links in einer Bewer­tung zu ande­ren Pro­duk­ten eines Her­stel­lers, beson­ders wenn sie einer glei­chen Kate­go­rie ent­stam­men. Wer einen Staub­sauger gekauft hat und sich nun lang dar­über aus­lässt, wel­che Vor­zü­ge die­ser gegen­über ande­ren Model­len des Her­stel­lers hat und die­se Pro­duk­te dann auch noch ver­linkt, ist nicht unbe­dingt vertrauenswürdig.

Auf die Viel­falt kommt es an

Wenn in einem Pro­fil Bewer­tun­gen für immer die glei­chen Pro­duk­te gelis­tet sind, ist davon aus­zu­ge­hen, dass es sich um ein Fake-Pro­fil han­delt. Mehr­mals im Jahr braucht kein ech­ter Mensch einen neu­en Staub­sauger oder eine neue Mikro­wol­le. Nur wenn die Pro­duk­te in den Bewer­tun­gen recht unter­schied­lich sind, ist dies ein Zei­chen für einen ech­ten Bewer­ter hin­ter dem Profil.

Gene­rell soll­ten Sie immer Ihren gesun­den Men­schen­ver­stand ein­schal­ten, wenn Sie Bewer­tun­gen zu einem Pro­dukt lesen. Hat ein Pro­dukt nur zwei, drei Rezen­sio­nen, dann sind die­se Aus­sa­gen mit Sicher­heit nicht aus­sa­ge­kräf­tig genug, um dar­auf zu ver­trau­en und nur auf­grund die­ser einen Kauf zu täti­gen. Es gibt schließ­lich vie­le wei­te­re Por­ta­le und Inter­net­sei­ten, auf denen Sie Infor­ma­tio­nen und Mei­nun­gen zu eben die­sem Pro­dukt finden. 

Las­sen Sie sich nicht von zu guten und auch nicht von zu schlech­ten Bewer­tun­gen aus dem Kon­zept brin­gen. Wägen Sie lie­ber ab, ob die gebrauch­ten Argu­men­te schlüs­sig und nach­voll­zieh­bar sind. Wenn nicht, dann lie­ber selbst ent­schei­den, ob Sie das Pro­dukt wirk­lich kau­fen wol­len. Lesen Sie unbe­dingt meh­re­re Bewer­tun­gen und ver­las­sen sich nicht auf die ers­ten drei Rezen­sio­nen, denn wer mehr liest, erfährt auch mehr über die Vor- und Nach­tei­le des Pro­duk­tes. Sie kön­nen dann immer noch ent­schei­den, ob die gebrach­ten Punk­te für Sie nega­tiv oder posi­tiv sind.

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