Denk­mal­schutz und der Grund­steu­er­erlass

Für einen Grund­steu­er­erlass ist nicht das Enga­ge­ment des Eigen­tü­mers für das denk­mal­ge­schütz­te Objekt maß­ge­bend, son­dern es kommt viel­mehr dar­auf an, ob durch die Denk­ma­l­ei­gen­schaft bedingt beson­de­re Kos­ten ange­fal­len sind, die die erziel­ten Ein­nah­men über­stei­gen.

Denk­mal­schutz und der Grund­steu­er­erlass

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt an der Wein­stra­ße in drei Ver­fah­ren den Erlass der Grund­steu­er ver­neint und die Kla­gen abge­wie­sen. Geklagt hat­te der Eigen­tü­mer eines denk­mal­ge­schütz­ten Luft­schutz­bun­kers, der im Jahr 1942 errich­tet wur­de. Dort betreibt er eine Ver­an­stal­tungs­stät­te. Das Anwe­sen steht unter Denk­mal­schutz und wur­de in das Ver­zeich­nis der Kul­tur­denk­mä­ler Rhein­land-Pfalz auf­ge­nom­men. Nach Fest­set­zung der Grund­steu­er für die Jah­re 2014 bis 2016 bean­trag­te der Betrof­fe­ne den Erlass der Steu­er für die­sen Zeit­raum und berief sich zur Begrün­dung u. a. auf von ihm auf­ge­wand­te Instand­hal­tungs­kos­ten. Nach­dem die Stadt sei­nen Antrag abge­lehnt hat­te und auch das Wider­spruchs­ver­fah­ren kei­nen Erfolg hat­te, hat er Kla­ge zum Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt an der Wein­stra­ße erho­ben.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt an der Wein­stra­ße aus­ge­führt, das die Vor­aus­set­zun­gen für einen Erlass der Grund­steu­er nicht gege­ben sei­en. Nach dem Grund­steu­er­ge­setz sei zwar die Grund­steu­er zu erlas­sen für Grund­be­sitz oder Tei­le von Grund­be­sitz, des­sen Erhal­tung wegen sei­ner Bedeu­tung für Kunst, Geschich­te, Wis­sen­schaft oder Natur­schutz im öffent­li­chen Inter­es­se lie­ge, wenn die erziel­ten Ein­nah­men und die sons­ti­gen Vor­tei­le (Roh­ertrag) in der Regel unter den jähr­li­chen Kos­ten lägen. Die Erhal­tung des Are­als des Klä­gers lie­ge auf­grund der Aus­wei­sung als Denk­mal im öffent­li­chen Inter­es­se, aller­dings über­stei­ge der jähr­li­che Roh­ertrag die ansatz­fä­hi­gen Kos­ten. Maß­geb­lich für den begehr­ten Erlass sei auch nicht das Enga­ge­ment des Eigen­tü­mers für das denk­mal­ge­schütz­te Objekt, son­dern es kom­me viel­mehr dar­auf an, ob durch die Denk­ma­l­ei­gen­schaft bedingt beson­de­re Kos­ten anfie­len, die die erziel­ten Ein­nah­men über­stie­gen. Für den in Rede ste­hen­den Grund­steu­er­erlass müs­se also die Ertrag­lo­sig­keit des Grund­stücks gera­de dar­auf beru­hen, dass zwi­schen dem öffent­li­chen Erhal­tungs­in­ter­es­se und der Unren­ta­bi­li­tät ein Kau­sal­zu­sam­men­hang bestehe und dass dem Grund­stücks­ei­gen­tü­mer im öffent­li­chen Inter­es­se Belas­tun­gen auf­er­legt wür­den, die ihn in sei­ner Ver­fü­gungs­be­fug­nis über das Grund­stück so sehr beschränk­ten, dass es unren­tier­lich sei. Dies sei hier aber nicht der Fall, denn der Klä­ger habe unab­hän­gig von der Denk­ma­l­ei­gen­schaft mit dem Anwe­sen ein von vorn­her­ein ertrags­schwa­ches Grund­stück erwor­ben.

Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt a. d. W., Urtei­le vom 13. Juli 2020 – 3 K 209/​20.NW; 3 K 213/​20.NW und 3 K 214/​20.NW