Der nur ange­kün­dig­te Antrag – und die Ent­schei­dungs­grün­de

Die Tat­sa­che der Ankün­di­gung eines in der münd­li­chen Ver­hand­lung nicht gestell­ten Antrags gehört nicht zu den ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Tat­sa­chen.

Der nur ange­kün­dig­te Antrag – und die Ent­schei­dungs­grün­de

Die Pro­zess­ge­schich­te muss die­je­ni­gen Tat­sa­chen ent­hal­ten, die für die Ent­schei­dung des Gerichts maß­ge­bend sind1. Hier­zu gehö­ren bei Anträ­gen etwa Tat­sa­chen betref­fend Kla­ge­än­de­run­gen, Kla­ge­rück­nah­men, über­ein­stim­men­de Erle­di­gungs­er­klä­run­gen sowie Betei­lig­ten­wech­sel, nicht aber die Dar­stel­lung ledig­lich ange­kün­dig­ter Anträ­ge, die ohne wei­te­re pro­zes­sua­le Erklä­run­gen in der münd­li­chen Ver­hand­lung fal­len gelas­sen wor­den sind.

Ein Rechts­schutz­be­dürf­nis ist vor­lie­gend auch nicht anzu­er­ken­nen, weil die Klä­ge­rin meint, die Berich­ti­gung für den Nach­weis einer Gehörs­ver­let­zung zu benö­ti­gen. Soll­te sie Ver­fas­sungs­be­schwer­de erhe­ben, kann sie die Ankün­di­gung des fal­len gelas­se­nen Antrags durch Vor­la­ge der im erst- und letzt­in­stanz­li­chen Ver­fah­ren vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt vor­ge­leg­ten Schrift­sät­ze nach­wei­sen. Einer Tat­be­stands­be­rich­ti­gung bedarf es hier­für nicht.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 10. Okto­ber 2018 – 6 A 3.16

  1. vgl. Clausing/​Kimmel, in: Schoch/​Schneider/​Bier, VwGO, Stand: Juni 2017, § 117 Rn. 15 []