Der Deut­sche Sport­wet­ten­ver­band und sei­ne For­de­run­gen

Der Deut­sche Sport­wet­ten­ver­band (DSWV) möch­te end­lich pra­xis­taug­li­che und vor allem ver­brau­cher­ori­en­tier­te Regu­lie­run­gen bezüg­lich der Sport­wet­ten in Deutsch­land. In einem Pres­se­be­richt vom Okto­ber 2019 wird berich­tet, was inner­halb der Minis­ter­prä­si­den­ten­kon­fe­renz am 24. und 25. Okto­ber über die Glücks­spiel­re­gu­lie­rung debat­tiert wur­de. Es wur­de fest­ge­stellt, dass eine Grund­satz­re­form nötig ist, damit eine ver­brau­cher­schutz­ori­en­tier­te Rege­lung des Online-Glücks­spiels und der Sport­wet­ten in Deutsch­land mög­lich ist. Aller­dings gibt es hier unter­schied­li­che Rechts­auf­fas­sun­gen und Pro­ble­me bei die­sen geplan­ten Rege­lun­gen.

Der Deut­sche Sport­wet­ten­ver­band und sei­ne For­de­run­gen

Vor­ge­schla­ge­ne Maß­nah­men bezüg­lich der Sport­wet­ten­re­ge­lung in Deutsch­land

Zu den vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men inner­halb der Sport­wet­ten­re­ge­lung in Deutsch­land gehört bei­spiels­wei­se das Live-Wet­ten-Ver­bot. Auch die anbie­ter­über­grei­fen­den Spie­ler­kon­ten sind im Gespräch. Eben­so wei­te­re Online-Ver­bo­te. Doch die­se wür­den wie­der­um vie­le Spiel­be­geis­ter­te in den Schwarz­markt drän­gen. Gera­de hier kann man jedoch ohne Ver­gleichs­por­ta­le, wie sportwettenfuchs.com und Co., schnell an weni­ger seriö­se Anbie­ter gera­ten, die die Spie­ler um ihr Geld brin­gen.

Durch die Abwan­de­rung der Spie­ler auf den Schwarz­markt wäre zudem das Kana­li­sie­rungs­ziel gefähr­det. Hier liegt die Pro­ble­ma­tik inner­halb der Sport­wet­ten­re­gu­lie­rung in Deutsch­land. Die Maß­nah­men beru­hen all­ge­mein auf einer wider­leg­ten Annah­me der BZgA, (Bun­des­zen­tra­le für gesund­heit­li­che Auf­klä­rung). Die­se Annah­me besagt, dass Glücks­spie­le und Wet­ten im Netz ein beson­ders gro­ßes Such­t­ri­si­ko hät­ten.

Die Jah­res­mi­nis­ter­prä­si­den­ten­kon­fe­renz in Ber­lin

Am 24. und 25. Okto­ber wur­de in Ber­lin bei der Jah­res­mi­nis­ter­prä­si­den­ten­kon­fe­renz (Elmau) wur­de die Dis­kus­si­on um einen "Glücks­spiel­staats­ver­trag" wei­ter fort­ge­führt. Der DSWV (Deut­scher Sport­wet­ten­ver­band) möch­te ger­ne eine Grund­satz­re­form für die deut­sche Glücks­spiel­re­gu­lie­rung erzie­len. Hier­bei sol­len die gesell­schaft­li­chen Rea­li­tä­ten aner­kannt wer­den. Außer­dem ist das Ziel des DSWV bei den Sport­wet­ten­re­gu­lie­run­gen in Deutsch­land, dass ein rechts­si­che­res Fun­da­ment für die bestehen­den Märk­te ent­steht. Der jetzt noch bestehen­de drit­te Glücks­spie­län­de­rungs­staats­ver­trag läuft am 30. Juni 2021 aus. Daher ist eine Neu­re­ge­lung de Sport­wet­ten­re­gu­lie­rung nötig.

Mehr Gefah­ren als Chan­cen?

Die Ver­hand­lun­gen um die Anschluss­re­gu­lie­rung der Sport­wet­ten wer­den von den Mit­glie­dern des DSWV mit gro­ßer Sor­ge betrach­tet. Vie­le Regu­lie­rungs­vor­ha­ben im Län­der­kreis brin­gen oft­mals mehr Gefah­ren als Chan­cen für den soge­nann­ten "Spie­ler­schutz". Es könn­te daher sein, dass die Ent­schei­dun­gen wie­der schei­tern und die Ver­stän­di­gung hinkt. Dann droht ein Aus­ufern des unre­gu­lier­ten Mark­tes, sprich des Schwarz­mark­tes. Wich­tig ist, dass sich der Ver­brau­cher­schutz und die Sport­wet­ten­re­gu­lie­rung nicht gegen­sei­tig aus­schlie­ßen soll­ten. Die bestehen­den Online-Märk­te soll­ten von der Poli­tik über­führt wer­den in einen bes­tens regu­lier­ten Rah­men. Dann kön­nen die Spie­ler­maß­nah­men und die Ver­brau­cher­schutz­maß­nah­men wei­ter grei­fen. Der DSWV-Prä­si­dent Mathi­as Dahms sagt außer­dem, dass die ohne gro­ße Not vor­ge­schla­ge­nen Ände­run­gen und Ein­schnit­te beim Sport­wet­ten­pro­gramm nicht posi­tiv zu sehen sind. Sie wür­den eher künst­li­che Bar­rie­ren schaf­fen in der Art eines anbie­ter­übe­grei­fen­den und spiel­form­über­grei­fen­den Limits. Dahm sagt wei­ter, dass eine Ver­bots­po­li­tik beim Online­spiel die Kun­den wie­der zu den schlech­ten Anbie­tern trei­ben wür­de. Dazu gehört der Schwarz­markt, der unge­schützt ist und ande­re nicht regu­lie­rungs­wil­li­ge Anbie­ter.

Die Sache mit dem Such­t­ri­si­ko

Sämt­li­che vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men im Bereich der Sport­wet­ten­re­gu­lie­rung in Deutsch­land beru­hen auf der Fra­ge, ob das gro­ße attrak­ti­ve Spiel­an­ge­bot mit der enorm wach­sen­den Nach­fra­ge das Such­t­ri­si­ko der Anwen­der erhöht. Es wird jedoch ver­nach­läs­sigt, dass die Wis­sen­schaft bis heu­te die gro­ße Gefähr­lich­keit des Glücks­spiels im Online-Bereich nicht belegt hat. Auch die Zah­len der BZgA wer­den igno­riert. Denn die­se Zah­len der Bun­des­zen­tra­le für gesund­heit­li­che Auf­klä­rung wider­le­gen die­se Befürch­tun­gen seit lan­gem. Von 2009 bis 2017 hat sich der Markt des Online-Spiels mit den gesam­ten Online-Wet­ten fast ver­fünf­facht. Das explo­si­ve Wachs­tum die­ses Mark­tes wür­de laut BZgA kei­ne wei­te­re Sucht­pro­ble­ma­tik bewir­ken. Der Ver­brau­cher­schutz sagt daher, dass Ver­bo­te nicht nötig sei­en. Im Gegen­teil: Die Ver­bo­te wür­den das Kana­li­sie­rungs­ziel ()Glücks­spiel­staats­ver­trag) gefähr­den. Es wäre fatal, wenn die Spie­ler in den unge­schütz­ten Schwarz­markt abwan­dern wür­den und nicht mehr auf dem regu­lier­ten Markt aktiv wären. Die Zah­len der eher patho­lo­gi­schen und pro­ble­ma­ti­schen Spiel­kun­den wer­den von der BZgA über­wacht, und zwar äußerst sorg­fäl­tig. Seit 2008 gibt es fünf Stu­di­en hier­für, in denen je 10.000 Teil­neh­mer teil­nah­men. Nach die­sen Stu­di­en ist eine Erhö­hung der Zahl der Süch­ti­gen im Online-Wett-Bereich nicht fest­stell­bar. Auch der Anteil an glücks­spiel­be­zo­ge­nen Pro­ble­men all­ge­mein ist laut die­ser Infor­ma­tio­nen bei den Deut­schen nied­ri­ger als noch 2009.

Grund­sätz­lich muss das vor­dring­li­che Ziel des neu­en Glücks­spiel­staats­ver­tra­ges sein, dass die unre­gu­lier­ten Ange­bo­te in einen eher regu­lier­ten Markt kana­li­siert wer­den. Die Ange­bo­te der Anbie­ter soll­ten aber so attrak­tiv blei­ben, damit der Spie­ler sie auf jeden Fall gegen­über den Anbie­tern vom Schwarz­markt bevor­zugt. Die­se Anga­ben sind auch im Jah­res­re­port der Glücks­spiel­auf­sichts­be­hör­den aus den Jah­ren 2009 bis 2017 zu fin­den. Sur­veys und Trends und das Glücks­spiel­ver­hal­ten bzw. For­schun­gen zur Glücks­spiel­sucht in Deutsch­land besa­gen dies eben­falls.