Die angeb­li­che Far­be des Fuß­balls

Die NPD-Demons­tra­ti­on anläss­lich des Län­der­spiels in Kai­sers­lau­tern am letz­ten Sams­tag bleibt auch nach einer Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Neu­stadt ver­bo­ten.

Die angeb­li­che Far­be des Fuß­balls

Der NPD-Kreis­ver­band West­pfalz mel­de­te für Sams­tag, den 26. März 2011, zwi­schen 18.00 und 20.00 Uhr vor dem Haupt­bahn­hof Kai­sers­lau­tern eine Ver­samm­lung unter dem Mot­to „Weiß ist nicht nur eine Tri­kot­far­be – für eine ech­te deut­sche Natio­nal­mann­schaft“ an. Die­se Ver­samm­lung ver­bot die Stadt, nach­dem der Ver­tre­ter des NPD-Kreis­ver­bands in einem Koope­ra­ti­ons­ge­spräch das Mot­to für unver­zicht­bar erklärt hat­te, nach § 15 des Ver­samm­lung­ge­set­zes, weil wegen des Mot­tos, das ras­sis­tisch sei und sich in ver­ächt­lich machen­der Wei­se gegen deut­sche Staats­bür­ger mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund rich­te, die unmit­tel­ba­re Gefahr der Ver­wirk­li­chung des Straf­tat­be­stan­des des § 130 Abs. 1 Nr. 1 bzw. Nr.2 StGB (Volks­ver­het­zungs­pa­ra­graph) bestehe. Die sofor­ti­ge Voll­zie­hung wur­de ange­ord­net. Ersatz­ver­an­stal­tun­gen anders­wo im Stadt­ge­biet wur­den eben­falls ver­bo­ten.

Der Antrag­stel­ler ver­trat die Auf­fas­sung, das Mot­to habe kei­nen volks­ver­het­zen­den Inhalt, so dass die Ver­samm­lung im Hin­blick auf die Grund­rech­te aus Art. 8 (Ver­samm­lungs­frei­heit) und Art. 5 GG (Mei­nungs­frei­heit) nicht ver­bo­ten wer­den kön­ne.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat am Frei­tag­nach­mit­tag den Eil­an­trag abge­lehnt. Es teilt die Auf­fas­sung der Stadt, dass das Mot­to nach Wort­laut und Begleit­um­stän­den nicht anders ver­stan­den wer­den kön­ne, als dass der Begriff „weiß“ für Ange­hö­ri­ge einer „wei­ßen Ras­se“ ste­he und – auch in Ver­bin­dung mit dem Begriff „echt“ somit Deut­sche ande­rer Haut­far­be bzw. mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund in bös­wil­li­ger und ver­ächt­lich machen­der Wei­se als nicht zur deut­schen Nati­on gehö­rend aus­gren­zen wol­le. Die Gren­zen der Mei­nungs­frei­heit sei­en nach der Recht­spre­chung des Budes­ver­fas­sungs­ge­richts aber über­schrit­ten, wenn in die­ser Wei­se die Wür­de ande­rer ange­tas­tet wer­de, auch wenn dies in oder durch eine Ver­samm­lung gesche­he.

Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt, Beschluss vom 25. März 2011 – 5 L 266/​11.NW