e‑Pässe

Ab dem 1. Novem­ber gibt Deutsch­land als ers­ter EU-Mit­glieds­staat den neu­en elek­tro­ni­schen Rei­se­pass mit bio­me­tri­schen Merk­ma­len aus. Durch die Nut­zung der Bio­me­trie soll angeb­lich ein Höchst­stand an Fäl­schungs­si­cher­heit und Schutz vor Pass­miss­brauch erreicht wer­den, da kör­per­li­che Merk­ma­le zur Erken­nung von Per­so­nen genutzt wer­den.

e‑Pässe

Die neu­en elek­tro­ni­schen Rei­se­päs­se, kurz e‑Pässe genannt, wer­den in ihrem vor­de­ren Deckel einen Chip ent­hal­ten, in dem zunächst ein digi­ta­les Foto gespei­chert wird. Ab März 2007 wer­den dar­über hin­aus in neu­en Päs­sen zwei Fin­ger­ab­drü­cke gespei­chert. Neben der angeb­li­chen Fäl­schungs­si­cher­heit und erleich­ter­ter Iden­ti­täts­über­prü­fung soll der e‑Pass schnel­le­re Kon­trol­len ermög­li­chen und damit zu Erleich­te­run­gen im Rei­se­ver­kehr füh­ren. Dar­über hin­aus ver­bes­sern sich die Fahn­dungs­mög­lich­kei­ten der Poli­zei­be­hör­den.

Mit dem neu­en Rei­se­pass setzt Deutsch­land eine inter­na­tio­na­le Ver­ein­ba­rung um, die zum Ziel hat, die Sicher­heit des inter­na­tio­na­len Rei­se­ver­kehrs zu erhö­hen. Alle Staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on und vie­le wei­te­re Staa­ten wie Japan, USA, Aus­tra­li­en, Russ­land und die Schweiz berei­ten der­zeit eben­falls die Aus­ga­be ent­spre­chen­der Päs­se vor. Rechts­grund­la­ge der Ein­füh­rung neu­er Päs­se in der Euro­päi­schen Uni­on ist eine im Janu­ar in Kraft getre­te­ne ein­schlä­gi­ge EU-Ver­ord­nung.

Ob der neue Rei­se­pass den daten­schutz­recht­li­chen Anfor­de­run­gen genügt, darf bezwei­felt wer­den. Aber da der e‑Pass ja vom Staat sel­ber ein­ge­führt wird, wer­den wie­der ein­mal ande­re Maß­stä­be ange­legt als bei pri­va­ten Unter­neh­men… Nach Ansicht des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums sind die bio­me­tri­schen Daten durch digi­ta­le Signa­tu­ren vor Mani­pu­la­tio­nen sicher. Der Chip kön­ne durch einen effek­ti­ven Zugriffs­schutz nicht unbe­merkt aus­ge­le­sen wer­den und die Daten wür­den zwi­schen Chip und Lese­ge­rät ver­schlüs­selt. Eine Spei­che­rung der bio­me­tri­schen Daten in einer Zen­tral­da­tei wer­de es nicht geben.

Bereits aus­ge­ge­be­ne Päs­se behal­ten auch nach dem 1. Novem­ber 2005 ihre bis zu 10-jäh­ri­ge Gül­tig­keit. Der neue Pass kos­tet auf­grund der erhöh­ten Her­stel­lungs­kos­ten 59 Euro (bis­her 26 Euro) und ist auch zehn Jah­re gül­tig. Für Jugend­li­che wer­den die Rei­se­päs­se auf­grund der noch zu erwar­ten­den Ver­än­de­run­gen bei den kör­per­li­chen Merk­ma­len nur 5 Jah­re gel­ten und nur 37,50 Euro kos­ten.

Eine wei­te­re Ände­rung betrifft das Pass­fo­to. Bis­her wur­de das Gesicht im Halb­pro­fil auf­ge­nom­men. Zukünf­tig wird eine Fron­tal­auf­nah­me gemacht, für die genaue Vor­ga­ben exis­tie­ren. Hier gilt ins­be­son­de­re dem­nächst: Lachen ver­bo­ten!