Ein­la­ge­hand­lun­gen in das (gewill­kür­te) Betriebs­ver­mö­gen

Zum Betriebs­ver­mö­gen gehö­ren alle Wirt­schafts­gü­ter, die aus betrieb­li­cher Ver­an­las­sung ange­schafft, her­ge­stellt oder ein­ge­legt wer­den. Eine betrieb­li­che Ver­an­las­sung liegt vor, wenn ein objek­ti­ver wirt­schaft­li­cher und tat­säch­li­cher Zusam­men­hang mit dem Betrieb besteht. Wirt­schafts­gü­ter des Betriebs­ver­mö­gens (§ 4 Abs.1, § 5 EStG) kön­nen sol­che des not­wen­di­gen oder des gewill­kür­ten Betriebs­ver­mö­gens sein 1.

Ein­la­ge­hand­lun­gen in das (gewill­kür­te) Betriebs­ver­mö­gen

Eine Ein­la­ge aus dem Pri­vat­ver­mö­gen in das (gewill­kür­te) Betriebs­ver­mö­gen setzt nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs eine unter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dung vor­aus, wonach ein Wirt­schafts­gut end­gül­tig dem Betrieb gewid­met wer­den soll. Dies muss vor der steu­er­li­chen Aus­wir­kung durch ein objek­ti­ves Ver­hal­ten für Drit­te erkenn­bar zum Aus­druck gebracht wer­den 2. Die Ein­la­ge­hand­lung muss so ein­deu­tig und recht­zei­tig sein, dass das Finanz­amt die Ent­wick­lung von Anfang an ver­fol­gen kann, z.B. durch die Auf­nah­me in das betrieb­li­che Bestands­ver­zeich­nis oder Erfas­sung in der lau­fen­den Buch­füh­rung oder der aus­drück­li­chen Erklä­rung gegen­über dem Finanz­amt 3. Im Hin­blick auf die Ent­nah­me aus dem Betriebs­ver­mö­gen gilt die Ent­nah­me­hand­lung als in dem Augen­blick ver­wirk­licht, in dem die­se als sol­che nach außen hin erkenn­bar ist. Eine erst im Rah­men der Auf­stel­lung des Jah­res­ab­schlus­ses doku­men­tier­te Ent­nah­me kann nicht mit steu­er­recht­li­cher Wir­kung auf das abge­schlos­se­ne Jahr zurück­be­zo­gen wer­den 4.

Finanz­ge­richt Köln, Urteil vom 1. März 2012 – 10 K 2285/​09

  1. BFH vom 06.03.1991 – X R 57/​88, BFHE 164, 246, BSt­Bl II 1991, 829[]
  2. BFH vom 06.03.1991 – X R 57/​88, BFHE 164, 246, BSt­Bl II 1991, 829; Hei­ni­cke in Schmidt, § 4 EStG Rz. 115[]
  3. BFH vom 22.09.1993 – X R 37/​91, BFHE 172, 354, BSt­Bl II 1994, 172; Hei­ni­cke in Schmidt a.a.O. Rz. 115 und 168 m. w. N.[]
  4. BFH vom 22.09.1993 – X R 37/​91, BFHE 172, 354, BSt­Bl II 1994, 172[]