Gesetz über das Rote Kreuz

Das Bun­des­ka­bi­nett hat jetzt den Ent­wurf eines Geset­zes zur Ände­rung von Vor­schrif­ten über das Deut­sche Rote Kreuz beschlos­sen. Es schreibt die beson­de­re Stel­lung des Deut­schen Roten Kreu­zes (DRK) sowie des Mal­te­ser Hilfs­diens­tes und der Johan­ni­ter-Unfall-Hil­fe im Sin­ne der Gen­fer Abkom­men fest. Damit soll den drei Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen die Rechts­si­cher­heit gege­ben wer­den, die sie für ihre erfolg­rei­che Arbeit brau­chen.

Gesetz über das Rote Kreuz

Zum wesent­li­chen Inhalt des Geset­zes:

  • Das Gesetz schreibt das Recht des DRK fest, das Zei­chen „Rotes Kreuz auf wei­ßem Grund“ und die Bezeich­nun­gen „Rotes Kreuz“ und „Gen­fer Kreuz“ zu benut­zen.
  • Das Gesetz erklärt das DRK e.V. zur Natio­na­len Gesell­schaft des Roten Kreu­zes. Das DRK unter­liegt dadurch drei ver­schie­de­nen Rechts­ord­nun­gen: Dem huma­ni­tä­ren Völ­ker­recht (ins­be­son­de­re den Gen­fer Abkom­men und ihren Zusatz­pro­to­kol­len), dem inter­na­tio­na­len Rot­kreuz­recht (z.B. Sta­tu­ten des Inter­na­tio­na­len Komi­tees des Roten Kreu­zes und der Inter­na­tio­na­len Rot­kreuz- und Rot­halb­mond­be­we­gung) und dem natio­na­len Recht. Die Aner­ken­nung als Natio­na­le Gesell­schaft des Roten Kreu­zes hat u.a. zur Fol­ge, dass die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des DRK zum Sani­täts­dienst der Bun­des­wehr her­an­ge­zo­gen wer­den kön­nen und dann genau­so zu scho­nen und zu schüt­zen sind wie mili­tä­ri­sches Sani­täts­per­so­nal (Art. 26 des I. Gen­fer Abkom­mens).
  • Die wich­ti­gen Auf­ga­ben des DRK im huma­ni­tä­ren Bereich erge­ben sich direkt aus den Gen­fer Abkom­men. Das Gesetz stellt die zen­tra­len Funk­tio­nen des DRK her­aus: Die Unter­stüt­zung des Sani­täts­diens­tes der Bun­des­wehr, die Ver­brei­tung von Kennt­nis­sen über das huma­ni­tä­re Völ­ker­recht sowie die Unter­hal­tung eines Aus­kunfts­bü­ros über beson­ders geschütz­te Per­so­nen im Kon­flikt­fall und eines Such­diens­tes.
  • Es wird bestä­tigt, dass neben dem DRK auch der Mal­te­ser Hilfs­dienst und die Johan­ni­ter-Unfall-Hil­fe „frei­wil­li­ge Hilfs­ge­sell­schaf­ten“ im Sin­ne der Gen­fer Abkom­men sind. Damit sind sie hin­sicht­lich ihrer Rechts­stel­lung nach den Gen­fer Abkom­men dem DRK gleich­ge­stellt.

Der­zeit sind die Rechts­stel­lung und die Auf­ga­ben des DRK gesetz­lich nicht gere­gelt. Das Gesetz über das Deut­sche Rote Kreuz vom 9. Dezem­ber 1937 wird auf das DRK durch die Gerich­te allen­falls ent­spre­chend ange­wandt, nach­dem das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Jah­re 1957 fest­ge­stellt hat­te, dass das „Deut­sche Rote Kreuz nach der Kapi­tu­la­ti­on von der Mili­tär­re­gie­rung auf­ge­löst und sein Ver­mö­gen gesperrt wor­den ist“. Des­halb regelt das Gesetz von 1937 nicht die Rech­te und Pflich­ten des heu­ti­gen DRK. Weil das Gesetz außer­dem noch von natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Ter­mi­no­lo­gie geprägt ist, wird es im Zuge der Rechts­be­rei­ni­gung zum 1. Dezem­ber 2010 auf­ge­ho­ben. Der heu­te beschlos­se­ne Ent­wurf ersetzt das Gesetz von 1937 durch eine zeit­ge­mä­ße Neu­re­ge­lung.