Gleich­heit für Frau­en ist Fort­schritt für alle

Tra­di­tio­nell wird am 8. März der Inter­na­tio­na­le Frau­en­tag began­gen. In die­sem Jahr haben die Ver­ein­ten Natio­nen den Tag unter das Mot­to

Gleich­heit für Frau­en ist Fort­schritt für alle

"Gleich­be­rech­ti­gung für Frau­en ist Fort­schritt für alle."

gestellt.

Das die­se The­se zutrifft, begrün­det der UN-Gene­ral­se­kre­tär Ban Ki-moon in sei­ner Pres­se­er­klä­rung u.a. mit einem höhe­ren Wirt­schafts­wachs­tum in Län­dern mit grö­ße­rer Geschlech­ter­gleich­heit. Ban stellt ein­fach und deut­lich fest: "Unter­neh­men mit mehr Che­fin­nen leis­ten mehr. Frie­dens­ab­kom­men, an denen Frau­en betei­ligt sind, hal­ten län­ger. Par­la­men­te mit höhe­rem Frau­en­an­teil ver­ab­schie­den mehr Geset­ze in Berei­chen wie Gesund­heit, Erzie­hung, Anti­dis­kri­mi­nie­rung und Kin­der­hil­fe."

Damit gelangt er zu der Schluss­fol­ge­rung:
"Gleich­heit für Frau­en bedeu­tet Fort­schritt für alle."

Doch wie kann es da sein, dass vor acht Tagen die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on mit­ge­teilt hat, in Euro­pa ver­die­nen Frau­en noch immer deut­lich weni­ger als Män­ner. Gera­de in unse­rem so angeb­lich fort­schritt­li­chen Deutsch­land soll­ten wir in die­sem Punkt nicht auf ande­re zei­gen: Nach Anga­ben der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on liegt Deutsch­land am unte­ren Ende der Län­der. Durch­schnitt­lich 22,4 % weni­ger Lohn bekom­men Frau­en hier!! Im euro­päi­schen Durch­schnitt sind es 16,4 %. An der Spit­ze mit ledig­lich 2% Dif­fe­renz bei der Lohn­ge­rech­tig­keit liegt Slo­we­ni­en.

Also was hin­dert Deutsch­land dar­an, Gleich­heit für Frau­en durch­zu­set­zen?

Schließ­lich hat die Bun­des­re­pu­blik die UN-Frau­en­rechts­kon­ven­ti­on – zu der auch die Gleich­be­rech­ti­gung von Mann und Frau auf wirt­schaft­li­cher Ebe­ne zählt – rati­fi­ziert. Bezüg­lich der Gle­ich­berech­ti­gung im Arbeit­sleben hat die Bun­desre­pub­lik die Übereinkom­men der Inter­na­tionalen Arbeit­sor­gan­i­sa­tion Nr. 100 über die Gle­ich­heit des Ent­gelts männ­li­cher und weib­licher Arbeit­skräfte für gle­ich­w­er­tige Arbeit 1 und Nr. 111 über die Diskri­m­inierung in Beschäf­ti­gung und Beruf 2 rati­fi­ziert. So stellt sich doch die Fra­ge, war­um die Umset­zung in die­sem Land in einem sol­chen Maße hin­ter­her hinkt.

Die Dis­kri­mi­nie­rung im Berufs­le­ben wider­spricht den Frau­en­rech­ten. Nach Arti­kel 11 der UN-Frau­en­rechts­kon­ven­ti­on sol­len die Ver­trags­staa­ten (also auch Deutsch­land) geeig­ne­te Maß­nah­men gegen die Dis­kri­mi­nie­rung tref­fen und die Gleich­be­rech­ti­gung von Mann und Frau gewähr­leis­ten. Dies umfasst nach Arti­kel 11, 1. d) ins­be­son­de­re auch

das Recht auf gle­iches Ent­gelt, ein­schließlich son­stiger Leis­tun­gen, und auf Gle­ich­be­hand­lung bei gle­ich­w­er­tiger Arbeit sowie Gle­ich­be­hand­lung bei der Bew­er­tung der Arbeits­qua­li­tät.

Natür­lich ist die­ses Ziel nicht von heu­te auf mor­gen zu errei­chen. So geht auch der UN-Gene­ral­se­kre­tär davon aus, dass "ein heu­te gebo­re­nes Mäd­chen noch immer Ungleich­heit und Dis­kri­mi­ne­r­ung wird erfah­ren kön­nen. Ganz gleich, wo ihre Mut­ter lebt. Wir haben eine gemein­sa­me Ver­pflich­tung, sicher­zu­stel­len, … dass sie glei­ches Geld für glei­che Arbeit bekom­men. Dass sie nicht dis­kri­mi­niert wer­den und so dar­an gehin­dert wer­den, an der Wirt­schaft teil­zu­ha­ben. Dass sie mit­re­den kön­nen, wenn es um Ent­schei­dun­gen geht, die ihr Leben betref­fen."

Letzt­lich ist die Bot­schaft des UN-Gene­ral­se­kre­tärs für alle Mäd­chen und Frau­en ermu­ti­gend: "Men­schen­rech­te und Gleich­heit Wirk­lich­keit wer­den zu las­sen, ist kein Traum. Es ist eine Pflicht der Regie­run­gen, der Ver­ein­ten Natio­nen und jedes Men­schen."

  1. BGBl. 1956 II S. 23[]
  2. BGBl. 1961 II S. 97[]