Hund statt Wild­schwein

Ein Jäger, der meint, auf ein Wild­schwein zu zie­len, statt­des­sen aber einen Hund erschießt, ver­liert sei­nen Jagd­schein. Dies hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt in einem jetzt bekannt gewor­de­nen Urteil bestätigt.

Hund statt Wild­schwein

Im ent­schie­de­nen Fall hat­te der Kläger, der seit fünf Jah­ren im Besitz eines Jagd­scheins ist, im August gegen 20.35 Uhr aus einer Ent­fer­nung von ca. 70 m einen Misch­lings­hund auf einem Wiesengelände erschos­sen. Der Hund gehörte einem Ehe­paar, wel­ches einen nahe gele­ge­nen land­wirt­schaft­li­chen Hof bewirt­schaf­tet; die Frau arbei­te­te gera­de in einem der Wie­se benach­bar­ten Mais­feld.

Wegen die­ses Vor­falls erklärte die Jagdbehörde den Jagd­schein des Klägers für ungül­tig und zog ihn ein; für die Wie­derertei­lung wur­de zudem eine Sperr­frist von drei Jah­ren fest­ge­setzt. Hier­ge­gen erhob der Betrof­fe­ne nach erfolg­lo­sem Wider­spruchs­ver­fah­ren Kla­ge und mach­te gel­tend, dass er den Hund in der fort­ge­schrit­te­nen Dämmerung wegen sei­nes dunk­len Rü­ckens für ein Wild­schwein gehal­ten habe. An der betref­fen­den Stel­le sei­en zudem Saufährten vor­han­den gewe­sen.

Das Gericht hat die Kla­ge abge­wie­sen: Die Ein­zie­hung des Jagd­scheins sei zu Recht erfolgt. Der Kläger habe eine grund­le­gen­de Jagd­pflicht in erheb­li­cher Wei­se ver­letzt, nämlich die Pflicht, vor der Schuss­ab­ga­be eine ein­deu­ti­ge Iden­ti­fi­zie­rung des Tie­res vor­zu­neh­men. Sein Ver­hal­ten las­se ein sol­ches Maß an Unver­ant­wort­lich­keit erken­nen, dass berech­tig­te Zwei­fel dar­an bes­tün­den, ob er bei der Aus­Ã¼bung der Jagd Waf­fen mit der erfor­der­li­chen Vor­sicht füh­re.

Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt, Urteil vom 10. August 2006 – 4 K 758/​06.NW
[via Lich­ten­ra­der Noti­zen]