Ist aka­de­mi­sches Ghost­wri­ting legal?

Immer mehr Stu­die­ren­de grei­fen in ihrem Leben min­des­tens ein­mal auf aka­de­mi­sches Ghost­wri­ting zurück. Eini­ge haben pri­va­te Pro­ble­me zu bewäl­ti­gen, ande­re haben Schwie­rig­kei­ten, Beruf und Stu­di­um zu ver­ein­ba­ren und wie­der ande­re kom­men mit einem bestimm­ten The­ma nicht zurecht. Ein Ghost­wri­ter über­nimmt ganz unter­schied­li­che Auf­ga­ben. Eine kom­plett vor­ge­fer­tig­te Arbeit ein­zu­rei­chen, ist unter­sagt, rich­tig ein­ge­setzt ist aka­de­mi­sches Ghost­wri­ting jedoch völ­lig legal und eine ech­te Hil­fe. Die­ser Arti­kel erklärt, in wel­chem Rah­men aka­de­mi­sches Ghost­wri­ting legi­tim und sinn­voll ist.

Ist aka­de­mi­sches Ghost­wri­ting legal?

Indi­vi­du­el­le Grün­de für die Zusam­men­ar­beit mit einem Ghostwriter

Es gibt unzäh­li­ge Grün­de, aus denen sich Stu­die­ren­de an eine Ghost­wri­ting-Agen­tur wie z. B. „Busi­ness And Sci­ence“ wen­den und Unter­stüt­zung bei einer Abschluss­ar­beit ein­ho­len. Eini­ge haben im Lau­fe ihres Stu­di­ums mit per­sön­li­chen Schick­sals­schlä­gen zu kämp­fen und müs­sen die­se zunächst bewäl­ti­gen, bevor sie sich dem aka­de­mi­schen Schrei­ben wie­der selbst zuwen­den kön­nen. Ande­re bekom­men wäh­rend des Stu­di­ums ein Kind und haben Schwie­rig­kei­ten, Beruf, Fami­lie und Stu­di­um mit­ein­an­der in Ein­klang zu brin­gen. Wie­der ande­re kom­men mit einem bestimm­ten The­ma oder Fach nicht zurecht und wol­len die­ses ein­fach nur hin­ter sich brin­gen. In all die­sen Fäl­len kann die Zusam­men­ar­beit mit einem Ghost­wri­ter frucht­bar sein.

Die Idee hin­ter einer sol­chen Koope­ra­ti­on besteht dar­in, sich in einer schwie­ri­gen Situa­ti­on hel­fen zu las­sen. Kei­nes­falls ist es legi­tim, sämt­li­che Arbei­ten ein­fach an einen exter­nen Schrei­ber aus­zu­la­gern und sich selbst mit den Inhal­ten gar nicht zu beschäf­ti­gen. Wer jedoch Schreib­blo­cka­den hat oder in Zeit­not gerät, kann sich in einer bestimm­ten Situa­ti­on Hil­fe holen und das Stu­di­um ohne Stö­run­gen wei­ter vorantreiben.

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Hil­fe bei der Bachelorarbeit

Bei der Erstel­lung einer Bache­lor­ar­beit ist es abso­lut legi­tim, sich pro­fes­sio­nel­le Hil­fe von Ghost­wri­tern zu holen. Wie inten­siv die Aus­la­ge­rung von Auf­ga­ben erfolgt, hängt von der indi­vi­du­el­len Situa­ti­on der Stu­die­ren­den ab. Eini­ge lagern ledig­lich die Lite­ra­tur­re­cher­che aus, ande­re las­sen sich ein Expo­sé oder eine Glie­de­rung erstel­len. Wie­der ande­re nut­zen ein Lek­to­rat, um ihre bis­her geschrie­be­nen Pas­sa­gen über­prü­fen zu lassen.

Eini­ge Stu­die­ren­de haben bereits einen Gut­teil ihrer Arbeit geschrie­ben, kom­men aber bei einem bestimm­ten Kapi­tel nicht wei­ter. Hier kön­nen sie sich punk­tu­ell Hil­fe von Ghost­wri­tern holen. Ande­re haben grund­le­gen­de Schwie­rig­kei­ten mit ihrer Bache­lor­ar­beit und brau­chen daher an vie­len Stel­len Hil­fe. Die ver­schie­de­nen Ghost­wri­ting-Agen­tu­ren bie­ten indi­vi­du­el­le Leis­tun­gen, die teils modu­lar mit­ein­an­der kom­bi­niert wer­den kön­nen. Somit ist es mög­lich, die Hil­fe bei der Bache­lor­ar­beit auf den eige­nen Bedarf zuzu­schnei­den. Wer eine Bache­lor­ar­beit schrei­ben las­sen möch­te, soll­te daher genau wis­sen, wel­che Leis­tun­gen benö­tigt wer­den und wie schnell die fer­ti­gen Tex­te ver­füg­bar sein müssen.

Ein Ghost­wri­ter über­nimmt viel­fäl­ti­ge Aufgaben

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Ghost­wri­ter ken­nen sich im aka­de­mi­schen Betrieb aus und kön­nen daher alle Auf­ga­ben erle­di­gen, die beim Erstel­len einer Abschluss­ar­beit erfor­der­lich sind. Hier­zu gehört bei­spiels­wei­se die Lite­ra­tur­re­cher­che. Eini­ge Stu­die­ren­de haben kein Pro­blem damit, aka­de­mi­sche Tex­te zu lesen und die Inhal­te sach­ge­recht in Schrift­form wie­der­zu­ge­ben. Sie fin­den es jedoch schwie­rig, geeig­ne­te Lite­ra­tur zu fin­den, die zu einem bestimm­ten The­ma passt. Hier kann ein Ghost­wri­ter hel­fen, indem die Lite­ra­tur her­aus­ge­sucht wird, die für das jewei­li­ge Pro­jekt ent­schei­dend ist.

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Eben­so kann es hilf­reich sein, sich eine Glie­de­rung der ein­zel­nen Kapi­tel erstel­len zu las­sen. Wenn die Stu­die­ren­den erst ein­mal eine gro­be Vor­stel­lung davon haben, was in den ein­zel­nen Kapi­teln ste­hen soll, fällt es Ihnen leich­ter, die­se eigen­stän­dig zu ver­fas­sen. Eben­so ist ein Ghost­wri­ter in der Lage, kom­plet­te Kapi­tel oder eine gan­ze Bache­lor­ar­beit zu schrei­ben. Gera­de Stu­die­ren­de, die in per­sön­li­chen Aus­nah­me­si­tua­tio­nen sind oder sich im Rah­men einer Abschluss­ar­beit über­for­dert füh­len, sind für eine sol­che Unter­stüt­zung dankbar.

Frem­de Arbei­ten dür­fen nicht als eige­ne aus­ge­ge­ben werden

Immer wie­der stellt sich die Fra­ge, ob und inwie­fern aka­de­mi­sches Ghost­wri­ting legal ist. Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt hat hier­zu klar geur­teilt, dass Koope­ra­tio­nen zwi­schen Stu­die­ren­den und Ghost­wri­tern per se nicht ver­bo­ten sind. So wie Poli­ti­ker reden schrei­ben oder Kun­den Rat­ge­ber erstel­len las­sen und dann unter eige­nem Namen ver­öf­fent­li­chen, so ist auch eine Zusam­men­ar­beit zwi­schen Stu­die­ren­den und Ghost­wri­tern kein Problem.

Schwie­rig­kei­ten tre­ten erst dann auf, wenn Stu­die­ren­de die vom Ghost­wri­ter erstell­ten Tex­te 1:1 als ihre eige­nen aus­ge­ben. Gera­de bei einer Bache­lor­ar­beit ist es an den meis­ten Uni­ver­si­tä­ten nötig, eine eides­statt­li­che Ver­si­che­rung abzu­ge­ben, dass die vor­lie­gen­de Arbeit eigen­stän­dig erstellt wur­de und geis­ti­ges Eigen­tum der Stu­die­ren­den ist. Wer eine sol­che Erklä­rung unter­schreibt und dann frem­des Gedan­ken­gut ein­reicht, macht sich strafbar.

Bei rich­ti­ger Ver­wen­dung ist aka­de­mi­sches Ghost­wri­ting legal

Wer das aka­de­mi­sche Ghost­wri­ting rich­tig ein­setzt, pro­fi­tiert davon enorm. So ist es bei­spiels­wei­se mög­lich, sich ein­zel­ne Kapi­tel schrei­ben oder Glie­de­run­gen erstel­len zu las­sen. Die­se kön­nen dann als Grund­la­ge der eige­nen Arbeit die­nen. Wer bei­spiels­wei­se bei einem The­ma Schwie­rig­kei­ten bei bestimm­ten For­mu­lie­run­gen hat oder nicht so leicht Sinn­zu­sam­men­hän­ge her­stel­len kann, fin­det Unter­stüt­zung durch die Arbeit eines Ghost­wri­ters. Wer die­se als Grund­la­ge für die eige­ne Arbeit nutzt und mit dem fer­ti­gen Text wei­ter­ar­bei­tet, kann dies beden­ken­los tun.

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Gele­gent­lich wer­den die Arbei­ten von Ghost­wri­tern genutzt, um im aka­de­mi­schen Betrieb vor­an­zu­kom­men. Das ist bei­spiels­wei­se dann der Fall, wenn Refe­ra­te zu einem bestimm­ten The­ma gehal­ten wer­den sol­len. Wenn die zusam­men­ge­stell­ten Infor­ma­tio­nen eines Ghost­wri­ters nicht ein­fach nur abge­le­sen wer­den, son­dern als Fun­da­ment eines eige­nen Refe­rats die­nen, spricht nichts hier­ge­gen. Wich­tig ist es, eine Eigen­leis­tung zu erbrin­gen, die über die rei­ne Arbeit des Ghost­wri­ters hinausgeht.

Die Ghost­wri­ter selbst machen sich mit ihrer Arbeit nicht strafbar

Ghost­wri­ter machen sich mit ihrer Arbeit nicht straf­bar. Es ist recht­lich legi­tim, eine Ver­schwie­gen­heits­ver­ein­ba­rung zu unter­zeich­nen. Hier­in wird zumeist fest­ge­hal­ten, dass der Ghost­wri­ter Still­schwei­gen über sei­ne Urhe­ber­schaft an einem Text zu bewah­ren hat. Da die­se Pra­xis auch in ande­ren Zusam­men­hän­gen wie Poli­tik, Wirt­schaft und Wis­sen­schaft gang und gäbe ist, kann eine ver­gleich­ba­re Zusam­men­ar­beit zwi­schen Stu­die­ren­den und Ghost­wri­tern eben­falls nicht ver­bo­ten werden.

Fazit

Grund­sätz­lich ist aka­de­mi­sches Ghost­wri­ting legal. Schwie­rig­kei­ten kön­nen erst dann auf­tre­ten, wenn die ent­stan­de­nen wis­sen­schaft­li­chen Wer­ke miss­bräuch­lich ver­wen­det wer­den. Wer die Arbeit eines Ghost­wri­ters hin­ge­gen als Anre­gung und Gedan­ken­an­stoß nutzt, um selbst zu arbei­ten und eige­ne Tex­te zu erstel­len, kann dies beden­ken­los tun. Der Umgang mit den frem­den Tex­ten ent­schei­det dar­über, ob die­se legi­tim sind oder nicht. Die Arbeit der Ghost­wri­ter selbst ist recht­lich zuläs­sig und Koope­ra­tio­nen mit Stu­die­ren­den grund­sätz­lich kein Problem.

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