Jagd­ge­wehr mit Such­schein­wer­fer

Wie ein ein­fa­cher Schein­wer­fer zum Ver­lust des Jagd­scheins füh­ren kann, zeigt ein aktu­el­ler Beschluss des Ver­wal­tungs­ge­richts Arns­berg. Der Antrag­stel­ler in dem dort ent­schie­de­nen Ver­fah­ren hat­te zusam­men mit einem Jagd­ge­nos­sen mit sei­nem Gelän­de­wa­gen öffent­li­che Stra­ßen im Bereich der neu­en Bun­des­län­der befah­ren. Bei einer Poli­zei­kon­trol­le stell­te sich her­aus, dass sich auf dem Rück­sitz des Wagens zwei "unter­la­de­ne" (teil­ge­la­de­ne) Geweh­re befan­den. Die Poli­zei stell­te fer­ner fest, dass eines der Geweh­re mit einem Schein­wer­fer aus­ge­rüs­tet war. Der Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Hamm als Ord­nungs­be­hör­de erklär­te den Jagd­schein des Antrag­stel­lers dar­auf­hin unter Anord­nung der sofor­ti­gen Voll­zie­hung für ungül­tig und zog den Schein ein, weil es dem Antrag­stel­ler an der erfor­der­li­chen Zuver­läs­sig­keit für den Umgang mit Muni­ti­on und Waf­fen feh­le. Der Eil­an­trag des Antrag­stel­lers zum Ver­wal­tungs­ge­richt blieb erfolg­los.

Jagd­ge­wehr mit Such­schein­wer­fer

Die Kam­mer bestä­tig­te in ihrer Ent­schei­dung die Auf­fas­sung des Antrags­geg­ners und führ­te wei­ter aus, dass ein Ver­stoß gegen das Waf­fen­ge­setz vor­lie­ge. Ein Jäger dür­fe außer­halb der eigent­li­chen Jagd­aus­übung eine Waf­fe nur füh­ren, wenn sie nicht schuss­be­reit sei. Schuss­be­reit sei aber auch eine teil­ge­la­de­ne Waf­fe, bei der sich Patro­nen nur im Maga­zin, nicht aber im Patro­nen­la­ger befän­den. Der Beru­fung des Antrag­stel­lers auf eine Not­wehr­si­tua­ti­on kön­ne kein Glau­ben geschenkt wer­den. Wer sich bedroht füh­le, lade nicht eine Lang­waf­fe mit meh­re­ren Patro­nen, um sie sodann auf dem Rück­sitz abzu­le­gen.

Außer­dem sei die an der Waf­fe des Antrag­stel­lers mon­tier­te Licht­quel­le eine ver­bo­te­ne Waf­fe im Sin­ne des Waf­fen­ge­set­zes. Sei­ne Behaup­tung, man habe die Leuch­te ledig­lich zum Trans­port an der Waf­fe ange­bracht, sei nicht ernst zu neh­men. Schließ­lich sei die Ver­wen­dung einer Vor­rich­tung, die geeig­net sei, das Ziel zu beleuch­ten, auch nicht weid­ge­recht. Der Grund­satz der Weid­ge­rech­tig­keit ver­lan­ge u.a., dem Wild im Rah­men des Zwecks und des Zie­les der Jagd ein Maxi­mum an Chan­cen zu las­sen. Die­se Chan­cen wür­den indes­sen wesent­lich ver­rin­gert, wenn der Jäger einen licht­star­ken Schein­wer­fer ein­set­ze, der einer­seits das Wild zu blen­den geeig­net sei, wäh­rend er gleich­zei­tig das Ziel anstrah­le, so dass der Jäger es prak­tisch nicht ver­feh­len kön­ne. Ein Jäger, der sei­ne Jagd­waf­fe mit einem Schein­wer­fer aus­stat­te, tue dies zu kei­nem ande­ren Zweck als dem der Aus­übung der Jagd mit Licht­quel­le. Damit brin­ge er zum Aus­druck, dass er die Weid­ge­rech­tig­keit im Sin­ne des Bun­des­jagd­ge­set­zes nicht son­der­lich ernst neh­me.

Der Beschluss ist noch nicht rechts­kräf­tig. Gegen ihn kann Beschwer­de zum Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter ein­ge­legt wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg, Beschluss vom 27. August 2007 – 14 L 590/​07