Kei­ne Solar­ener­gie bei Denk­mal­schutz

Der Eigen­tü­mer eines sog. Quer­ein­hau­ses im Land­kreis Kusel darf auf dem Haus­dach kei­ne Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge errich­ten.

Kei­ne Solar­ener­gie bei Denk­mal­schutz

Das 1909 erbau­te zwei­ge­schos­si­ge Gebäu­de ist zum einen durch die Ein­heit von Woh­nen und Wirt­schaf­ten unter einem Dach gekenn­zeich­net, zum ande­ren durch die Erschlie­ßung von Wohn- und Wirt­schafts­teil quer zum Gebäu­de­first.

Der Eigen­tü­mer beab­sich­tigt, auf dem süd­li­chen Teil des Daches eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge mit einer Flä­che von 135 qm zu instal­lie­ren, wodurch ca. 53 % der Dach­flä­che bedeckt wären. Die Geneh­mi­gung hier­für lehn­te die Kreis­ver­wal­tung des Land­krei­ses Kusel unter Beru­fung auf das Denk­mal­schutz­ge­setz ab.

Zu Recht, wie jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt nach einer Orts­be­sich­ti­gung ent­schied: Das Gebäu­de erfül­le die im Lan­des­denk­mal­schutz­ge­setz genann­ten Merk­ma­le eines Kul­tur­denk­mals und sei damit ein geschütz­tes Denk­mal; eines aus­drück­li­chen Unter­schutz­stel­lungs­be­scheids bedür­fe es nach dem Gesetz nicht. Der Haus­typ des sog. Quer­ein­hau­ses habe sich ab Mit­te des 18. Jahr­hun­derts in der Regi­on Kusel ent­wi­ckelt und sei schließ­lich bis zum Zwei­ten Welt­krieg zur domi­nie­ren­den Wirt­schafts-Haus­form der Regi­on gewor­den. Für die­sen Gebäu­de­typ und auch für die bau­künst­le­ri­sche Gestal­tung land­wirt­schaft­li­cher Anwe­sen in ver­gan­ge­ner Zeit sei das Haus des Betrof­fe­nen ein bered­tes Zeug­nis.

Die des­halb nach dem Denk­mal­schutz­ge­setz erfor­der­li­che Geneh­mi­gung sei abzu­leh­nen, denn die geplan­te Anla­ge wür­de eine erheb­li­che Beein­träch­ti­gung des Erschei­nungs­bil­des bewir­ken. Das Gebäu­de wer­de als Ein­dach­haus wahr­ge­nom­men, also als ein Haus­typ, der Woh­nen und Wirt­schaf­ten unter einem Dach ver­ei­ne. Bei einer Inan­spruch­nah­me der Dach­flä­che mit 53 % wür­de die Anla­ge aber das Dach domi­nie­ren und dazu füh­ren, dass die­ser Ein­druck der Ein­heit von Woh­nen und Wirt­schaf­ten unter einem Dach ver­lo­ren gehe; es ent­stün­de der Ein­druck von zwei anein­an­der­ge­bau­ten Gebäu­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt, Urteil vom 26. Mai 2010 – 3 K 84/​10.NW