Mas­ken­pflicht in der Frei­bur­ger Innenstadt

Die Mas­ken­pflicht in der Frei­bur­ger Innen­stadt hat Bestand. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Frei­burg hat einen Eil­an­trag gegen die Mas­ken­pflicht in den Fuß­gän­ger­be­rei­chen der Frei­bur­ger Innen­stadt abgelehnt.

Mas­ken­pflicht in der Frei­bur­ger Innenstadt

Die aktu­el­le All­ge­mein­ver­fü­gung des Land­rats­am­tes Breis­gau-Hoch­schwarz­wald über infek­ti­ons­schutz­recht­li­che Maß­nah­men in der Stadt Frei­burg im Breis­gau zur Ver­hin­de­rung der wei­te­ren Ver­brei­tung des Virus SARS-CoV‑2 vom 15.04.2021 ent­hält in ihrer Zif­fer 1a eine Pflicht zum Tra­gen einer medi­zi­ni­schen Mas­ke oder eines Atem­schut­zes des Stan­dards FFP2, KN95 oder eines ver­gleich­ba­ren Stan­dards in den Fuß­gän­ger­be­rei­chen der Frei­bur­ger Innenstadt.

Der hier­ge­gen gerich­te­te Eil­an­trag zwei­er im Umkreis der Innen­stadt woh­nen­der Frei­bur­ger hat­te vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt kei­nen Erfolg:

Für das Ver­wal­tungs­ge­richt Frei­burg spricht nach der im Eil­ver­fah­ren durch­zu­füh­ren­den über­schlä­gi­gen Prü­fung Über­wie­gen­des dafür, dass die auf das Infek­ti­ons­schutz­ge­setz gestütz­te Mas­ken­pflicht in der All­ge­mein­ver­fü­gung recht­mä­ßig ist. Auch wenn die Coro­na-Ver­ord­nung des Lan­des Baden-Würt­tem­berg bereits die Ver­pflich­tung aus­spre­che, in Fuß­gän­ger­be­rei­chen dann eine medi­zi­ni­sche Mas­ke zu tra­gen, wenn ein Abstand von 1,5 m zu wei­te­ren Per­so­nen nicht sicher ein­ge­hal­ten wer­den kön­ne, sehe die Ver­ord­nung die Mög­lich­keit wei­ter­ge­hen­der Maß­nah­men durch die vor Ort zustän­di­gen Behör­den aus­drück­lich vor.

Die in der All­ge­mein­ver­fü­gung aus­führ­lich begrün­de­te Mas­ken­pflicht sei ver­hält­nis­mä­ßig. Dabei sei­en infek­ti­ons­schutz­recht­li­che Maß­nah­men nicht nur zum Schutz der Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Gesund­heits­sys­tems vor Über­las­tung zuläs­sig, son­dern auch – und gera­de – zum Schutz der Gesund­heit und des Lebens jedes Ein­zel­nen. Zur Errei­chung die­ses Ziels sei die Mas­ken­pflicht geeig­net. Der Ein­satz von Mund-Nasen-Bede­ckun­gen tra­ge, abge­se­hen davon, dass auch nach aktu­el­len For­schungs­er­geb­nis­sen eine Über­tra­gung im Frei­en durch Aero­sol­par­ti­kel nicht aus­ge­schlos­sen sei, jeden­falls dazu bei, ande­re Per­so­nen vor Tröpf­chen zu schüt­zen, wenn Min­dest­ab­stän­de nicht ein­ge­hal­ten würden.

Weiterlesen:
Corona - und die Verkaufsflächenbeschränkung im Einzelhandel

Solan­ge die bestehen­de epi­de­mi­sche Lage durch erheb­li­che Unge­wiss­hei­ten und sich stän­dig wei­ter­ent­wi­ckeln­de fach­li­che Erkennt­nis­se geprägt sei, sei die gericht­li­che Prü­fung der Erfor­der­lich­keit von Maß­nah­men im einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren auf die Fra­ge beschränkt, ob sich ande­re Maß­nah­men ein­deu­tig als gleich geeig­net und weni­ger belas­tend dar­stell­ten. Eine Beschrän­kung der Mas­ken­pflicht auf Situa­tio­nen, in denen der Min­dest­ab­stand nicht ein­ge­hal­ten wer­den kön­ne, dürf­te hin­ge­gen nicht gleich geeig­net sein. Denn es spre­che viel dafür, dass es trotz der Pflich­ten aus der Coro­na-Ver­ord­nung des Lan­des in den Fuß­gän­ger­be­rei­chen der stark fre­quen­tier­ten Frei­bur­ger Innen­stadt mit vie­len schma­len Stra­ßen und Gas­sen regel­mä­ßig zu Unter­schrei­tun­gen des Min­dest­ab­stands kom­me, ohne dass die Betrof­fe­nen eine Mund-Nasen-Bede­ckung trü­gen. Im Übri­gen sei­en in gewis­sen Gren­zen gene­ra­li­sie­ren­de, typi­sie­ren­de und pau­scha­lie­ren­de Rege­lun­gen zuläs­sig, sodass die ver­füg­te Mas­ken­pflicht kei­ne Aus­nah­me bei feh­len­der Gefah­ren­la­ge – etwa auf weit­läu­fi­gen Plät­zen und gerin­gem Per­so­nen­auf­kom­men – vor­se­hen müs­se. Den mit der in der All­ge­mein­ver­fü­gung ent­hal­te­nen Mas­ken­pflicht ein­her­ge­hen­den gerin­gen Ein­schrän­kun­gen stün­den vor dem Hin­ter­grund der der­zei­ti­gen ange­spann­ten Pan­de­miela­ge die gra­vie­ren­den Fol­gen für Leib und Leben einer Viel­zahl an COVID-19 erkrank­ter Betrof­fe­ner gegen­über sowie das bedeu­ten­de Ziel, die Leis­tungs­fä­hig­keit des Gesund­heits­sys­tems zu erhalten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Frei­burg, Beschluss vom 29. April 2021 – 4 K 936/​21

Bild­nach­weis:

Weiterlesen:
Corona - und die Schließung von Restaurants
  • Immo­bi­li­en­er­werb: fizkes,shutterstock.com
  • Frei­burg: Cou­leur | Pixabay-Lizenz