Mel­de­pflich­ten bei Geld­trans­fers

Euro­päi­sches Par­la­ment und Rat haben neue Regeln über die Mel­dung von Auf­trag­ge­bern bestimm­ter Geld­trans­fers beschlos­sen.

Mel­de­pflich­ten bei Geld­trans­fers

Schwarz­geld­strö­me über Geld­trans­fers kön­nen nach Ansicht der EU die Sta­bi­li­tät und das Anse­hen des Finanz­ge­wer­bes schä­di­gen und sind eine Bedro­hung für den Bin­nen­markt. Der Ter­ro­ris­mus greift, so die EU in den Erwä­gungs­grün­den der Ver­ord­nung, die Grund­fes­ten unse­rer Gesell­schaft an. Die Soli­di­tät, Inte­gri­tät und Sta­bi­li­tät des Sys­tems der Geld­trans­fers und das Ver­trau­en in das Finanz­sys­tem ins­ge­samt kön­nen ernst­haft Scha­den neh­men, wenn Straf­tä­ter und ihre Mit­tels­män­ner ver­su­chen, die Her­kunft von Erlö­sen aus Straf­ta­ten zu ver­schlei­ern oder Geld für ter­ro­ris­ti­sche Zwe­cke zu trans­fe­rie­ren. Ohne eine Koor­di­nie­rung auf Gemein­schafts­ebe­ne könn­ten Geld­wä­scher und Geld­ge­ber des Ter­ro­ris­mus ver­su­chen, Vor­tei­le aus der Frei­heit des Kapi­tal­ver­kehrs, die ein ein­heit­li­cher Finanz­raum bie­tet, zu zie­hen, um ihren kri­mi­nel­len Tätig­kei­ten leich­ter nach­ge­hen zu kön­nen. Gemein­schafts­maß­nah­men soll­ten gewähr­leis­ten, dass auf­grund ihres Gel­tungs­be­reichs die Son­der­emp­feh­lung VII zum elek­tro­ni­schen Zah­lungs­ver­kehr (nach­ste­hend ?SE VII? genannt) der Arbeits­grup­pe ?Finan­zi­el­le Maß­nah­men? (FATF), die auf dem G7-Gip­fel­tref­fen in Paris im Jahr 1989 gegrün­det wur­de, in der gesam­ten Euro­päi­schen Uni­on ein­heit­lich umge­setzt und ins­be­son­de­re die Ungleich­be­hand­lung von Zah­lun­gen inner­halb eines Mit­glied­staats und Zah­lun­gen zwi­schen den Mit­glied­staa­ten ver­hin­dert wird. Iso­lier­te, unko­or­di­nier­te Maß­nah­men der Mit­glied­staa­ten im Bereich grenz­über­schrei­ten­der Geld­trans­fers könn­ten die Funk­ti­ons­wei­se der Zah­lungs­ver­kehrs­sys­te­me auf EU-Ebe­ne erheb­lich beein­träch­ti­gen und so dem Finanz­dienst­leis­tungs­bin­nen­markt scha­den.

Nach den Ter­ror­an­schlä­gen vom 11. Sep­tem­ber 2001 in den USA erklär­te der Euro­päi­sche Rat auf sei­nem Son­der­gip­fel vom 21. Sep­tem­ber 2001 den Kampf gegen den Ter­ro­ris­mus erneut zu einem der Haupt­zie­le der Euro­päi­schen Uni­on. Er ver­ab­schie­de­te einen Akti­ons­plan, der die Inten­si­vie­rung der poli­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zusam­men­ar­beit, die Wei­ter­ent­wick­lung inter­na­tio­na­ler Rechts­in­stru­men­te zur Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung, die Prä­ven­ti­on der Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung, die Erhö­hung der Luft­ver­kehrs­si­cher­heit und grö­ße­re Kohä­renz zwi­schen allen ein­schlä­gi­gen Poli­tik­be­rei­chen vor­sah. Die­ser Akti­ons­plan wur­de im Anschluss an die Ter­ror­an­schlä­ge vom 11. März 2004 in Madrid vom Euro­päi­schen Rat über­ar­bei­tet und zielt nun aus­drück­lich dar­auf ab, den von der Gemein­schaft zur Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung und Ver­bes­se­rung der jus­ti­zi­el­len Zusam­men­ar­beit geschaf­fe­nen recht­li­chen Rah­men an die neun Son­der­emp­feh­lun­gen zur Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung der FATF anzu­pas­sen.

Mit der Ver­ord­nung (EG) Nr. 2580/​2001 des Rates und der Ver­ord­nung (EG) Nr. 881/​2002 des Rates wur­den Maß­nah­men getrof­fen, die die Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung durch Ein­frie­ren von Gel­dern und wirt­schaft­li­chen Res­sour­cen bestimm­ter Per­so­nen, Grup­pen und Orga­ni­sa­tio­nen unter­bin­den sol­len. Mit dem glei­chen Ziel wur­den dar­über hin­aus Maß­nah­men ergrif­fen, die dar­auf abzie­len, das Finanz­sys­tem vor der Durch­lei­tung von Gel­dern und ande­ren wirt­schaft­li­chen Res­sour­cen für ter­ro­ris­ti­sche Zwe­cke zu schüt­zen. Die Richt­li­nie 2005/​60/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates ent­hält eine Rei­he von Maß­nah­men, die auf die Ver­hin­de­rung des Miss­brauchs des Finanz­sys­tems zu Geld­wä­sche­zwe­cken und zur Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung abzie­len. Doch ver­sper­ren die­se Maß­nah­men Ter­ro­ris­ten und ande­ren Straf­tä­tern nicht gänz­lich den Zugang zu Zah­lungs­ver­kehrs­sys­te­men und berau­ben sie nicht gänz­lich der Mög­lich­keit, auf die­sem Wege ihre Gel­der zu trans­fe­rie­ren.

Um beim Kampf gegen die Geld­wä­sche und Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung ein kohä­ren­tes inter­na­tio­na­les Vor­ge­hen zu för­dern, soll­ten die wei­te­ren Maß­nah­men der Gemein­schaft den Ent­wick­lun­gen auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne Rech­nung tra­gen und ins­be­son­de­re die neun Son­der­emp­feh­lun­gen der FATF zur Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung, vor allem die SE VII und ihre über­ar­bei­te­te Inter­pre­ta­ti­ve Note berück­sich­ti­gen.

Die lücken­lo­se Rück­ver­folg­bar­keit von Geld­trans­fers kann für die Prä­ven­ti­on, die Ermitt­lung und die Auf­de­ckung von Geld­wä­sche oder Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung äußerst wich­tig und hilf­reich sein. Um zu gewähr­leis­ten, dass die Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber bei jeder Etap­pe des Zah­lungs­vor­gangs wei­ter­ge­lei­tet wer­den, soll­te ein Sys­tem ein­ge­führt wer­den, das die Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter des Auf­trag­ge­bers dazu ver­pflich­tet, bei einem Geld­trans­fer genaue und aus­sa­ge­kräf­ti­ge Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber zu über­mit­teln.

Die Bestim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung gel­ten unbe­scha­det der Richt­li­nie 95/​46/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates. Bei­spiels­wei­se dür­fen zum Zwe­cke die­ser Ver­ord­nung gesam­mel­te und gespei­cher­te Infor­ma­tio­nen nicht für kom­mer­zi­el­le Zwe­cke genutzt wer­den. Per­so­nen, die nur Papier­do­ku­men­te in elek­tro­ni­sche Daten umwan­deln und im Rah­men eines Ver­trags mit einem Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter tätig sind, fal­len nicht in den Gel­tungs­be­reich die­ser Ver­ord­nung; das­sel­be gilt auch für jede natür­li­che oder juris­ti­sche Per­son, die
Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­tern nur eine Nach­richt über­mit­telt oder ihnen ein sons­ti­ges Sys­tem zur Unter­stüt­zung der Über­mitt­lung von Geld­mit­teln oder ein Clea­ring- und Abwick­lungs­sys­tem zur Ver­fü­gung stellt.

Wenn bei Geld­trans­fers ein gerin­ge­res Geld­wä­sche oder Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rungs­ri­si­ko besteht, ist es nach Ansicht des EU-Ver­ord­nungs­ge­bers sach­ge­recht, die­se vom Gel­tungs­be­reich die­ser Ver­ord­nung aus­zu­neh­men. Sol­che Aus­nah­men soll­ten für Kre­dit- und Debet­kar­ten, Abhe­bun­gen von Geld­au­to­ma­ten, Last­schrift­ver­fah­ren, beleg­los ein­ge­zo­ge­ne Schecks, Beglei­chung von Steu­ern, Buß­gel­dern und ande­ren Abga­ben und für Geld­trans­fers gel­ten, bei denen sowohl der Auf­trag­ge­ber als auch der Begüns­tig­te im eige­nen Namen han­deln­de Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter sind. Zur Berück­sich­ti­gung der beson­de­ren Merk­ma­le natio­na­ler Zah­lungs­ver­kehrs­sys­te­me soll­ten die Mit­glied­staa­ten berech­tigt sein, Aus­nah­me­re­ge­lun­gen für elek­tro­ni­sche Giro­zah­lun­gen vor­zu­se­hen, wenn eine Rück­ver­fol­gung des Geld­trans­fers bis zum Auf­trag­ge­ber jeder­zeit mög­lich ist. Haben die Mit­glied­staa­ten die Aus­nah­me­re­ge­lung für elek­tro­ni­sches Geld nach der Richt­li­nie 2005/​60/​EG ange­wen­det, so soll­te sie im Rah­men die­ser Ver­ord­nung ange­wen­det wer­den, wenn der trans­fe­rier­te Betrag 1 000 EUR nicht über­steigt.

Die Aus­nah­me­re­ge­lung für elek­tro­ni­sches Geld nach der Richt­li­nie 2000/​46/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates gilt für elek­tro­ni­sches Geld, unab­hän­gig davon, ob der Emit­tent von elek­tro­ni­schem Geld durch eine Frei­stel­lung gemäß Arti­kel 8 jener Richt­li­nie begüns­tigt wird oder nicht.

Um die Effi­zi­enz der Zah­lungs­ver­kehrs­sys­te­me nicht zu beein­träch­ti­gen, soll­ten die Über­prü­fungs­an­for­de­run­gen für kon­to­ge­bun­de­ne und für kon­to­un­ge­bun­de­ne Geld­trans­fers von­ein­an­der getrennt wer­den. Um zwi­schen dem Risi­ko, dass Zah­lun­gen auf­grund zu stren­ger Iden­ti­fi­ka­ti­ons­pflich­ten außer­halb des regu­lä­ren Zah­lungs­ver­kehrs getä­tigt wer­den, und dem Ter­ro­ris­mus­ri­si­ko­po­ten­zi­al klei­ner Geld­trans­fers abwä­gen zu kön­nen, soll­te unbe­scha­det der Ver­pflich­tun­gen gemäß der Richt­li­nie 2005/​60/​EG bei kon­to­un­ge­bun­de­nen Geld­trans­fers die Pflicht zur Über­prü­fung der Rich­tig­keit der Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber nur bei Ein­zel­geld­trans­fers, die 1 000 EUR über­stei­gen, bestehen. Bei kon­to­ge­bun­de­nen Geld­trans­fers soll­te der Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter nicht bei jedem Geld­trans­fer die Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber über­prü­fen müs­sen, wenn die Ver­pflich­tun­gen der Richt­li­nie 2005/​60/​EG erfüllt wur­den.

Auf­grund der Ver­ord­nung (EG) Nr. 2560/​2001 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates und der Kom­mis­si­ons­mit­tei­lung ?Ein neu­er Rechts­rah­men für den Zah­lungs­ver­kehr im Bin­nen­markt? reicht es aus, für inner­ge­mein­schaft­li­che Geld­trans­fers die Über­mitt­lung ver­ein­fach­ter Daten­sät­ze vor­zu­se­hen.

Damit die für die Geld­wä­sche- oder Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung zustän­di­gen Behör­den aus Dritt­län­dern die für die­se Zwe­cke genutz­ten Gel­der bis zu ihrem Ursprung zurück­ver­fol­gen kön­nen, soll­te bei Geld­trans­fers von inner­halb der Gemein­schaft nach außer­halb der Gemein­schaft die Über­mitt­lung der voll­stän­di­gen Auf­trag­ge­ber­da­ten­sät­ze vor­ge­schrie­ben wer­den. Die­sen Behör­den soll­te unein­ge­schränk­ter Zugang zu den Auf­trag­ge­ber­da­ten nur für Zwe­cke der Prä­ven­ti­on, der Ermitt­lung und der Auf­de­ckung von Geld­wä­sche oder Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung gewährt wer­den.

Damit Geld­trans­fers eines ein­zi­gen Auf­trag­ge­bers an meh­re­re Begüns­tig­te in Form kos­ten­güns­ti­ger Sam­mel­über­wei­sun­gen getä­tigt wer­den kön­nen, soll­ten die in die­sen Sam­mel­über­wei­sun­gen ent­hal­te­nen Ein­zel­auf­trä­ge von inner­halb der Gemein­schaft nach außer­halb der Gemein­schaft nur die Kon­to­num­mer des Auf­trag­ge­bers oder die kun­den­be­zo­ge­ne Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer ent­hal­ten dür­fen, wenn die Sam­mel­über­wei­sung selbst mit allen erfor­der­li­chen Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber ver­se­hen ist.

Um über­prü­fen zu kön­nen, ob bei Geld­trans­fers die vor­ge­schrie­be­nen Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber über­mit­telt wer­den und um ver­däch­ti­ge Trans­ak­tio­nen leich­ter ermit­teln zu kön­nen, soll­te der Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter des Begüns­tig­ten über wirk­sa­me Ver­fah­ren ver­fü­gen, mit deren Hil­fe er das Feh­len von Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber fest­stel­len kann.

In Anbe­tracht des Risi­ko­po­ten­zi­als, das anony­me Geld­trans­fers in Bezug auf Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung dar­stel­len, soll­te der Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter des Begüns­tig­ten
in die Lage ver­setzt wer­den, einer sol­chen Situa­ti­on vor­zu­beu­gen oder abzu­hel­fen, sobald er fest­stellt, dass die Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber unvoll­stän­dig sind. In die­sem Zusam­men­hang soll­te er ? was den Umfang der Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber betrifft ? über einen gewis­sen
Ermes­sens­spiel­raum ver­fü­gen, der sich nach der Höhe des jewei­li­gen Risi­kos rich­tet. Die Ver­ant­wor­tung für die Rich­tig­keit und Voll­stän­dig­keit der Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber
soll­te beim Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter des Auf­trag­ge­bers ver­blei­ben. Hat der Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter des Auf­trag­ge­bers sei­nen Sitz außer­halb des Gemein­schafts­ge­biets, so soll­te bei der grenz­über­schrei­ten­den Abwick­lung von Bank­ge­schäf­ten mit die­sem Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter für die Fest­stel­lung der Kun­den­iden­ti­tät eine ver­stärk­te Sorg­falts­pflicht im Sin­ne der Richt­li­nie 2005/​60/​EG gel­ten.

Wenn durch natio­na­le zustän­di­ge Behör­den Vor­ga­ben bezüg­lich der Ver­pflich­tun­gen gemacht wer­den, ent­we­der alle Geld­trans­fers eines Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ters, der regel­mä­ßig die vor­ge­schrie­be­nen Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber nicht lie­fert, zurück­zu­wei­sen oder zu beschlie­ßen, ob die Geschäfts­be­zie­hun­gen zu die­sem Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter beschränkt oder been­det wer­den oder nicht, soll­ten die­se Vor­ga­ben u. a. auf der Kon­ver­genz bewähr­ter Ver­fah­ren basie­ren, und fer­ner soll­ten die­se berück­sich­ti­gen, dass die über­ar­bei­te­te Inter­pre­ta­ti­ve Note der SE VII der FATF es Dritt­län­dern unbe­scha­det des Ziels der wirk­sa­men Bekämp­fung der Geld­wä­sche und der Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung gestat­tet, einen Schwel­len­wert von 1 000 EUR bezie­hungs­wei­se 1 000 USD fest­zu­le­gen, ab dem Infor­ma­tio­nen über den Auf­trag­ge­ber zu über­mit­teln sind.

Auf jeden Fall soll­te der Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter des Begüns­tig­ten, sobald er fest­stellt, dass Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber ganz oder teil­wei­se feh­len, unter Berück­sich­ti­gung sei­ner Risi­ko­ein­schät­zung beson­de­re Vor­sicht wal­ten las­sen und ver­däch­ti­ge Trans­ak­tio­nen gemäß den Mel­de­pflich­ten nach der Richt­li­nie 2005/​60/​EG und gemäß den ein­zel­staat­li­chen Umset­zungs­maß­nah­men bei den zustän­di­gen Behör­den mel­den.

Die Bestim­mun­gen über Geld­trans­fers mit feh­len­den oder unvoll­stän­di­gen Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber gel­ten unbe­scha­det der Ver­pflich­tun­gen der Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter, wonach sie Geld­trans­fers, die zivil‑, ver­wal­tungs­oder straf­recht­li­che Bestim­mun­gen ver­let­zen, aus­set­zen und/​oder zurück­wei­sen müs­sen.

Solan­ge tech­ni­sche Beschrän­kun­gen, die zwi­schen­ge­schal­te­te Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter an der Erfül­lung ihrer Pflicht zur Wei­ter­lei­tung sämt­li­cher Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber hin­dern könn­ten, nicht besei­tigt sind, soll­ten zwi­schen­ge­schal­te­te Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter die­se Anga­ben auf­be­wah­ren. Der­ar­ti­ge tech­ni­sche Beschrän­kun­gen soll­ten bei Moder­ni­sie­rung der Zah­lungs­ver­kehrs­sys­te­me besei­tigt wer­den.

Da bei straf­recht­li­chen Ermitt­lun­gen die erfor­der­li­chen Daten oder betei­lig­ten Per­so­nen unter Umstän­den erst vie­le Mona­te oder sogar Jah­re nach dem ursprüng­li­chen Geld­trans­fer ermit­telt wer­den kön­nen, soll­ten Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter die Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber zu Zwe­cken der Prä­ven­ti­on, Ermitt­lung und Auf­de­ckung von Geld­wä­sche und Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung auf­be­wah­ren. Die Dau­er die­ser Auf­be­wah­rung soll­te begrenzt wer­den.

Damit bei der Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung rasch gehan­delt wer­den kann, soll­ten Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter Aus­kunfts­er­su­chen zum Auf­trag­ge­ber, die von den für die Geld­wä­sche- oder Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung zustän­di­gen Behör­den ihres Sitz­lan­des stam­men, unver­züg­lich beant­wor­ten.

Die Anzahl der Tage, über die ein Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter ver­fügt, um einem Aus­kunfts­er­su­chen zum Auf­trag­ge­ber nach­zu­kom­men, rich­tet sich nach der Anzahl der Arbeits­ta­ge in dem Mit­glied­staat des Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ters des Auf­trag­ge­bers.

Um der Bedeu­tung der Geld­wä­sche- und Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung gerecht zu wer­den, soll­ten die Mit­glied­staa­ten für Ver­stö­ße gegen die­se Ver­ord­nung in ihrem ein­zel­staat­li­chen Recht wirk­sa­me, ver­hält­nis­mä­ßi­ge und abschre­cken­de Sank­tio­nen vor­se­hen.

Die zur Durch­füh­rung die­ser Ver­ord­nung erfor­der­li­chen Maß­nah­men soll­ten gemäß dem Beschluss 1999/​468/​EG des Rates vom 28. Juni 1999 zur Fest­le­gung der Moda­li­tä­ten für die Aus­übung der der Kom­mis­si­on über­tra­ge­nen Durch­füh­rungs­be­fug­nis­se erlas­sen wer­den.

Eine Rei­he von Län­dern und Gebie­ten, die nicht dem Gemein­schafts­ge­biet ange­hö­ren, sind mit einem Mit­glied­staat in einer Wäh­rungs­uni­on ver­bun­den oder sind Teil des Wäh­rungs­ge­biets eines Mit­glied­staats oder haben mit der durch einen Mit­glied­staat ver­tre­te­nen Euro­päi­schen Gemein­schaft eine Wäh­rungs­ver­ein­ba­rung unter­zeich­net und haben Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter, die unmit­tel­bar oder mit­tel­bar an den Zah­lungs­ver­kehrs- und Abwick­lungs­sys­te­men des Mit­glied­staats teil­neh­men. Um zu ver­mei­den, dass die Anwen­dung die­ser Ver­ord­nung auf Geld­trans­fers zwi­schen den betref­fen­den Mit­glied­staa­ten und die­sen Län­dern oder Gebie­ten für die Volks­wirt­schaf­ten die­ser Län­der erheb­li­che Nach­tei­le mit sich bringt, soll­te die Mög­lich­keit eröff­net wer­den, der­ar­ti­ge Geld­trans­fers wie Geld­trans­fers inner­halb der betref­fen­den Mit­glied­staa­ten zu behan­deln.

Um Spen­den für kari­ta­ti­ve Zwe­cke nicht zu erschwe­ren, soll­te den Mit­glied­staa­ten gestat­tet wer­den, die in ihrem Hoheits­ge­biet nie­der­ge­las­se­nen Zah­lungs­ver­kehrs­dienst­leis­ter bei inner­halb des Hoheits­ge­biets des betref­fen­den Mit­glied­staats vor­ge­nom­me­nen Geld­trans­fers von maxi­mal 150 EUR von der Pflicht zur Samm­lung, Über­prü­fung, Auf­be­wah­rung oder Wei­ter­lei­tung der Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber zu befrei­en. Um den Mit­glied­staa­ten aber auch die Mög­lich­keit zu geben sicher­zu­stel­len, dass Ter­ro­ris­ten die­se Aus­nah­me­re­ge­lung nicht als Deck­man­tel oder Hilfs­mit­tel für die Finan­zie­rung ihrer Akti­vi­tä­ten miss­brau­chen, soll­te die­se Mög­lich­keit dar­über hin­aus davon abhän­gig gemacht wer­den, ob die betref­fen­den Ein­rich­tun­gen und Ver­ei­ne ohne Erwerbs­zweck bestimm­te Anfor­de­run­gen erfül­len.

Da die Zie­le die­ser Ver­ord­nung auf Ebe­ne der Mit­glied­staa­ten nicht aus­rei­chend ver­wirk­licht wer­den kön­nen und daher wegen des Umfangs und der Wir­kun­gen der Maß­nah­me bes­ser auf Gemein­schafts­ebe­ne zu ver­wirk­li­chen sind, kann die Gemein­schaft im Ein­klang mit dem in Arti­kel 5 des Ver­trags nie­der­ge­leg­ten Sub­si­dia­ri­täts­prin­zip tätig wer­den. Ent­spre­chend dem in dem­sel­ben Arti­kel genann­ten Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­prin­zip geht die­se Ver­ord­nung nicht über das für die Errei­chung die­ser Zie­le erfor­der­li­che Maß hin­aus.

Um bei der Bekämp­fung der Geld­wä­sche und Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung ein stim­mi­ges Vor­ge­hen zu gewähr­leis­ten, soll­ten die Haupt­be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung am sel­ben Tag in Kraft tre­ten wie die ent­spre­chen­den inter­na­tio­na­len Bestim­mun­gen.

Ver­ord­nung (EG) Nr. 1781/​2006 des Euroäi­schen Par­la­ments und des Rates vom 15. Novem­ber 2006 über die Über­mitt­lung von Anga­ben zum Auf­trag­ge­ber bei Geld­trans­fers