Recht­lich betrach­tet: Wann fal­len auf Gewin­ne Steu­ern an?

Wer einen Gewinn erzielt, freut sich in ers­ter Linie. Einer der nächs­ten Gedan­ken ist jedoch meist, ob auf den Gewinn Steu­ern oder Abga­ben fäl­lig wer­den. In Deutsch­land gibt es ver­schie­de­ne Arten von Gewin­nen. Gewin­ne kön­nen z.B. durch selbst­stän­di­ge Arbeit erzielt wer­den. Auch der Han­del mit Akti­en sowie die Gut­schrift von Divi­den­den wer­den als Gewinn betrach­tet. Fer­ner ist es mög­lich, dass Gewin­ne z.B. durch Casi­nos oder Lot­te­rie­spie­le erzielt wer­den können.In allen drei Bei­spie­len fal­len aus recht­li­cher Sicht ver­schie­de­ne Arten der Besteue­rung an. Kon­kret bedeu­tet dies, dass z.B. bei Gewin­nen aus selbst­stän­di­ger Arbeit die per­sön­li­che Steu­er­last sich nach der Gewinn­hö­he rich­tet. Je höher der Gewinn ist, des­to grö­ßer ist pro­zen­tu­al betrach­tet der Anteil der Steu­ern, die abge­führt wer­den müssen.

Recht­lich betrach­tet: Wann fal­len auf Gewin­ne Steu­ern an?

Bei­spiel Klein­un­ter­neh­mer: Ab wann fal­len Steu­ern an?

So genann­te Klein­un­ter­neh­mer kön­nen bis zu einem Gewinn von 9.408 Euro (für das Jahr 2020) gar kei­ne Steu­er ent­rich­ten. Das bedeu­tet, dass sie kei­ne Abga­ben in Form von Steu­ern zah­len müs­sen. Für jeden Euro, der dar­über hin­aus an Gewinn geschrie­ben wird, ist eine ent­spre­chen­de Steu­er an den Staat zu zah­len. Zu beach­ten ist, dass gewerb­lich beding­te Anschaf­fun­gen steu­er­lich gel­tend gemacht wer­den kön­nen. Das heißt, dass der Gewinn um die Höhe der Anschaf­fung gemin­dert wer­den kann. Mehr Infor­ma­tio­nen fin­den sich in unse­rer Rubrik Ein­kom­mens­steu­er (Betrieb). Grund­sätz­lich kom­men zu den Steu­ern auf die Gewin­ne irgend­wann z.B. Umsatz­steu­er (über 24.500 Euro Umsatz im Jahr) und auch Gewer­be­steu­ern. Die­se wer­den teil­wei­se auf quar­tals­wei­ser Basis im Vor­aus ent­rich­tet. Fakt ist, dass vie­le Unter­neh­mer sich im Lau­fe der Zeit wei­ter­ent­wi­ckeln und die Umsät­ze stei­gern. Somit ist es denk­bar, dass auch die steu­er­li­che Belas­tung anstei­gen wird.

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Bei­spiel Inves­tor: Wie hoch sind mei­ne steu­er­li­chen Abgaben?

Bei Gewin­nen aus Inves­ti­tio­nen wie z.B. Akti­en­an­la­gen wird die Kapi­tal­ertrags­steu­er bzw. Abgel­tungs­steu­er abge­führt. Die­se liegt in Deutsch­land bei 25%. Das bedeu­tet, dass pau­schal und auto­ma­tisch 25% des Gewin­nes an den Staat abge­führt wird. In der Regel wird die­se Abfüh­rung durch den Bro­ker bzw. die depot­füh­ren­de Bank ver­an­lasst. Dar­über hin­aus wer­den noch 8 bzw. in vie­len Bun­des­län­dern 9% Kir­chen­steu­er abge­führt, sofern man in der Kir­che Mit­glied ist. Sofern der per­sön­li­che Steu­er­satz nied­ri­ger als 25% liegt führt dies dazu, dass die Dif­fe­renz erstat­tet wer­den kann. Wer z.B. nur 20% Steu­ern zahlt und 25% Abgel­tungs­steu­er auto­ma­tisch ent­rich­tet hat, darf sich die 5% Dif­fe­renz über die Steu­er­erklä­rung erstat­ten lassen.

Ähn­lich hoch ist die Abfüh­rung von Steu­ern auf Divi­den­den­ein­nah­men. Wer eine Divi­den­de von einem Unter­neh­men erhält, muss die­se natür­lich ver­steu­ern. Auch hier greift die Abgel­tungs­steu­er in Höhe von 25% nebst der Kir­chen­steu­er. Die Steu­ern wer­den auto­ma­tisch abge­führt und zwar unab­hän­gig davon, ob die Divi­den­de aus dem Inland oder aus dem Aus­land kommt. Die pau­scha­le Steu­er in Höhe von 25% auf Gewin­ne aus Geld­an­la­gen ist für alle Anle­ge­rin­nen und Anle­ger inter­es­sant, die sonst einen höhe­ren Steu­er­satz z.B. auf ihren Lohn entrichten.

Bei­spiel Lot­to und Casi­no: Wann müs­sen Steu­ern ent­rich­tet werden?

Der Gewinn aus Lot­te­rie­ge­schäf­ten ist in Deutsch­land steu­er­frei. Dies wird in Para­graph 2, Absatz 3 des EstG gere­gelt. Das bedeu­tet, dass die kom­plet­te Gewinn­sum­me aus­ge­zahlt wer­den kann. Wer in einem Online Casi­no wie Poker­Stars Vegas aktiv ist, soll­te sich eben­falls infor­mie­ren, wann Steu­ern auf Gewin­ne abge­führt wer­den müssen.

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Der Para­graph 4 Nr. 9b des UstG gibt eben­falls Aus­kunft dar­über, dass inner­halb von Deutsch­land und auch inner­halb der EU die Gewin­ne die aus dem Glücks­spiel erzielt wor­den sind, voll­kom­men steu­er­frei sind. Das bedeu­tet, dass kei­ne Abga­ben zu ent­rich­ten sind. Die Höhe des Gewinns spielt hier­bei kei­ne Rol­le. Auch Gewin­ne von meh­re­ren tau­send oder sogar Mil­lio­nen Euro kön­nen steu­er­frei ent­ge­gen­ge­nom­men wer­den. Dies gilt für Online Casi­nos sowie als auch für staat­li­che Lot­te­rien oder z.B. Glücks­spiel­hal­len und Spiel­ban­ken sowie Automaten.

Die Situa­ti­on ändert sich stark, wenn man das Glücks­spiel beruf­lich betreibt. Wer sei­nen Lebens­un­ter­halt durch Ein­nah­men aus dem Glücks­spiel bestrei­tet, muss dafür Steu­ern in Form von Ein­kom­mens­steu­ern ent­rich­ten. Eben­so müs­sen Steu­ern ent­rich­tet wer­den, wenn der Gewinn aus dem Casi­no oder aus der Lot­te­rie ver­zinst wird. Der­zeit ist nicht davon aus­zu­ge­hen, dass sich die Situa­ti­on in den kom­men­den Jah­ren ändern wird. Gewin­ne aus klas­si­schen Lot­te­rie­ge­schäf­ten wer­den steu­er­frei bleiben.

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