Recht­li­ches Gehör – und die Maß­geb­lich­keit der Gehörs­ver­let­zung

Bei einem gel­tend gemach­ten Gehörs­ver­stoß (Art. 103 Abs. 1 GG i.V.m. § 96 Abs. 2 FGO) han­delt es sich nur dann um eine Rüge nach § 119 Nr. 3 FGO, bei der die Kau­sa­li­tät des Ver­fah­rens­man­gels für die Ent­schei­dung unwi­der­leg­lich ver­mu­tet wird, wenn die behaup­te­te Ver­let­zung des Anspruchs auf recht­li­ches Gehör das Gesamt­ergeb­nis des Ver­fah­rens erfasst.

Recht­li­ches Gehör – und die Maß­geb­lich­keit der Gehörs­ver­let­zung

Bezieht sich der ver­meint­li­che Gehörs­ver­stoß dage­gen ledig­lich auf ein­zel­ne Fest­stel­lun­gen ‑hier den "Zwei­fel des Klä­gers über den genau­en Zeit­punkt des Ablaufs der Rechts­mit­tel­frist"-, so ist die mög­li­che Kau­sa­li­tät des bean­stan­de­ten Ver­fah­rens­man­gels für das Urteil ‑unter Zugrun­de­le­gung des mate­ri­ell-recht­li­chen Stand­punkts des Finanz­ge­richt- vom Klä­ger dar­zu­le­gen; und vom Beschwer­de­ge­richt zu prü­fen 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 10. Novem­ber 2016 – X B 85/​16

  1. vgl. BFH, Beschluss vom 26.03.2015 – X B 92/​14, BFH/​NV 2015, 955, unter II. 2.a, m.w.N.[]