Rechts­miss­brauch und Eigen­tum

Der Ein­wand rechts­miss­bräuch­li­chen Ver­hal­tens kann einem Anspruch aus Eigen­tum regel­mä­ßig nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den.

Rechts­miss­brauch und Eigen­tum

Der Ein­wand rechts­miss­bräuch­li­chen Ver­hal­tens kann einem Anspruch aus Eigen­tum regel­mä­ßig nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den. Die Ver­nei­nung des Her­aus­ga­be­an­spruchs bedeu­tet wirt­schaft­lich die Ent­eig­nung des Eigen­tü­mers. Das Rechts­ver­hält­nis zwi­schen dem Eigen­tü­mer und dem nicht­be­rech­tig­ten Besit­zer ist durch §§ 987 ff. BGB in einer Wei­se gere­gelt, die die Inter­es­sen und den Schutz von Eigen­tü­mer und Besit­zer gegen­ein­an­der abwägt und grund­sätz­lich kei­ner Kor­rek­tur durch die Ver­nei­nung des Anspruchs aus § 985 BGB bedarf 1. Eine Ver­sa­gung des Her­aus­ga­be­an­spruchs und eines Grund­buch­be­rich­ti­gungs­an­spruchs wegen Feh­lens eines schutz­wür­di­gen Eigen­in­ter­es­ses kommt nur in Aus­nah­me­fäl­len in Betracht, etwa wenn der Buch­ei­gen­tü­mer oder Her­aus­ga­be­schuld­ner einen Anspruch auf Eigen­tums­über­tra­gung bei­spiels­wei­se auf­grund eines Anwart­schafts­rechts hat 2 oder der Eigen­tü­mer Erwerbs­aus­sich­ten des Besit­zers geweckt und der Besit­zer oder Buch­ei­gen­tü­mer erheb­li­che Ver­mö­gens­dis­po­si­tio­nen getrof­fen hat 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 19. Juni 2012 – II ZR 241/​10

  1. BGH, Urteil vom 16.03.2007 – V ZR 190/​06, NJW 2007, 2183 Rn. 9 f.
  2. BGH, Urteil vom 21.05.1953 – IV ZR 192/​52, BGHZ 10, 69, 75
  3. BGH, Urteil vom 10.03.1967 – V ZR 72/​64, BGHZ 47, 181, 189; Urteil vom 23.03.1979 – V ZR 163/​75, NJW 1979, 1656