Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht bei Pfle­ge eines Ange­hö­ri­gen

Zur Fest­sel­lung sei­ner Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht muss ein Erwerbs­lo­ser, der einen Ange­hö­ri­gen pflegt, wenigs­tens 14 Stun­den Pfle­ge­zeit pro Woche auf­wen­den.

Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht bei Pfle­ge eines Ange­hö­ri­gen

Mit die­ser Begrün­dung hat das Sozi­al­ge­richt Mainz in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines erwerbs­lo­sen Man­nes, der sei­ne Mut­ter pflegt, auf Fest­stel­lung der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht abge­wie­sen. Der Klä­ger aus Idar-Ober­stein hat zusam­men mit sei­nen drei Schwes­tern und einer pro­fes­sio­nel­len Pfle­ge­kraft sei­ne Mut­ter gepflegt. Der Pfle­ge­auf­wand der Mut­ter war in einem Gut­ach­ten auf 26 Stun­den in der Woche geschätzt wor­den. Der Klä­ger selbst hat­te sogar vor­ge­tra­gen, sich jede Woche mehr als 42 Stun­den um sei­ne Mut­ter küm­mern zu müs­sen. Den­noch hat­te die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung die Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht abge­lehnt. Hier­ge­gen hat sich der Klä­ger mit sei­ner Kla­ge gewandt.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Sozi­al­ge­richt Mainz den gut­ach­ter­lich fest­ge­stell­ten Pfle­ge­auf­wand von 26 Stun­den in der Woche zugrun­de gelegt. Damit war vor­lie­gend sowohl die sog. Grund­pfle­ge der Mut­ter als auch ihre haus­wirt­schaft­li­che Ver­sor­gung abge­deckt, die dar­über hin­aus­ge­hen­de "ergän­zen­de Pfle­ge" bzw. wei­ter­füh­ren­de Betreu­ungs­leis­tun­gen sind nach der Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richt von der Ren­ten­ver­si­che­rung nicht zu berück­sich­tig­ten. Die­se 26 Stun­den kön­nen jedoch beim Klä­ger nicht voll­stän­dig berück­sich­tigt wer­den, son­dern nur soweit er selbst auch tat­säch­lich die Pfle­ge­leis­tun­gen erbracht hat. Somit waren sowohl der durch den pro­fes­sio­nel­len Pfle­ge­dienst geleis­te­te Pfle­ge­auf­wand wie auch die Pfle­ge­leis­tun­gen der Schwes­tern des Klä­gers abzu­zie­hen. Im Ergeb­nis lag der Zeit­auf­wand des Klä­gers unter 14 Stun­den und die Kla­ge war abzu­leh­nen.

Sozi­al­ge­richt Mainz, Urteil vom 9. Juli 2012 – S 13 R 576/​09