Schwe­re Ver­let­zun­gen – und die künf­ti­gen Schä­den

Bei schwe­ren Ver­let­zun­gen kann ein Anspruch auf Fest­stel­lung der Ersatz­pflicht für künf­ti­gen Scha­den nur dann ver­neint wer­den, wenn aus der Sicht des Geschä­dig­ten bei ver­stän­di­ger Beur­tei­lung kein Grund bestehen kann, mit Spät­fol­gen wenigs­tens zu rech­nen 1.

Schwe­re Ver­let­zun­gen – und die künf­ti­gen Schä­den

Soweit der Geschä­dig­te aller­dings bean­tragt, "fest­zu­stel­len, dass die Beklag­ten als Gesamt­schuld­ner ver­pflich­tet sind, ihr alle abseh­ba­ren und nicht abseh­ba­ren Fol­ge­schä­den aus dem Scha­dens­er­eig­nis vom … zu erset­zen", ist die­ser Antrag unklar. Was unter allen "abseh­ba­ren und nicht abseh­ba­ren Fol­ge­schä­den" zu ver­ste­hen sein soll, für die Scha­dens­er­satz begehrt wird, hat die Geschä­dig­te nicht erklärt. Dar­aus ist bereits nicht zu ent­neh­men, ob es um den Ersatz künf­ti­ger mate­ri­el­ler oder imma­te­ri­el­ler Schä­den gehen soll und – im hier ent­schie­de­nen Fall – wie sich die­se Kla­ge zur gleich­zei­tig erho­be­nen (Teil)Klage auf ein Schmer­zens­geld ver­hält.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. August 2016 – 2 StR 585/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 15.07.1997 – VI ZR 184/​96, BGHR ZPO § 256 Fest­stel­lungs­in­ter­es­se 43[]