Sieb­dru­cker-Meis­ter

Für das Sieb­dru­cker-Hand­werk wur­de eine neue Meis­ter­prü­fungs­ver­ord­nung erlas­sen.

Sieb­dru­cker-Meis­ter

Der Sieb­druck ist ein uni­ver­sel­les Druck­ver­fah­ren. Ent­spre­chend viel­fäl­tig sind die Ver­fah­rens­va­ri­an­ten. Im Sieb­druck kön­nen Tex­ti­li­en, Kunst­stof­fe, Papier, Blech, Por­zel­lan und mehr bedruckt wer­den. Licht­be­stän­di­ge Far­ben und wet­ter­fes­te Mate­ria­li­en machen den Sieb­druck über­all ein­satz­fä­hig, wo das Leben rauscht. In den Zen­tren der Innen­städ­te erzäh­len groß­for­ma­ti­ge City-Lights, digi­ta­le Pos­ter und glit­zern­de Mega-Prints von einer neu­en Dimen­si­on des Dru­ckens – das Spek­trum für Sieb­druck­pro­duk­te kennt fast kei­ne Gren­zen. Der Farb­auf­trag beim Sieb­druck ist fünf bis zehn­mal so dick wie bei ande­ren Druck­ver­fah­ren. Er eig­net sich daher beson­ders für hoch­wer­ti­ge Wer­be­dru­cke, Schil­der, Pla­ka­te und Ver­pa­ckungs­dru­cke.

Als pro­dukt­be­zo­ge­ne Spe­zia­li­sie­run­gen kom­men ins­be­son­de­re der Rollen‑, Bogen‑, Körper‑, Tex­til- und der Glas­sieb­druck sowie Tech­ni­scher Sieb­druck und Kera­mi­scher Sieb­druck in Betracht.

In den Sieb­druck­be­trie­ben wer­den die Kun­den­auf­trä­ge auf hohem Niveau sieb­druck-spe­zi­fi­scher Fer­ti­gungs­tech­ni­ken sowie unter Berück­sich­ti­gung kon­zep­tio­nel­ler und gestal­ter­si­cher Aspek­te durch­ge­führt. Das setzt auch vor­aus, dass der Sieb­dru­cker manu­el­le und maschi­nel­le Ver­fah­ren der Sieb­druck­tech­nik beherrscht, ins­be­son­de­re der Sieb­druck­vor­stu­fe, der Sieb­druck­form­her­stel­lung, des Sieb­druck­pro­zes­ses sowie der Ver­ed­lung und Wei­ter­ver­ar­bei­tung von Sieb­druck­pro­duk­ten.

Ein beson­de­res Augen­merk bei der Erar­bei­tung der Meis­ter­prü­fungs­ver­ord­nung für das Sieb­dru­cker-Hand­werk galt dem Teil I der Meis­ter­prü­fung. Auf Grund des brei­ten Tätig­keits­spek­trums wur­de das Meis­ter­prü­fungs­pro­jekt und die Situa­ti­ons­auf­ga­be so gestal­tet, dass der Prüf­ling mit der bestan­de­nen Meis­ter­prü­fung den Nach­weis erbracht hat, dass er die Kom­ple­xi­tät des Hand­werks beherrscht.

Seit der Novel­lie­rung der Hand­werks­ord­nung vom 24. Dezem­ber 2003 gehört das Sieb­dru­cker-Hand­werk nicht mehr zu den zulas­sungs­pflich­ti­gen Hand­wer­ken der Anla­ge A, son­dern zu den zulas­sungs­frei­en Hand­wer­ken der Anla­ge B der Hand­werks­ord­nung. Das bedeu­tet, dass die Meis­ter­prü­fung nicht mehr zwin­gen­de Vor­aus­set­zung für die selb­stän­di­ge Aus­übung des Hand­werks ist. Eine frei­wil­li­ge Meis­ter­prü­fung ist aber auch für die Gewer­be der Anla­ge B mög­lich und ist gera­de hier als Güte­sie­gel auf dem Markt von gro­ßer Bedeu­tung. In den Meis­ter­prü­fun­gen für zulas­sungs­freie Hand­wer­ke wer­den die glei­chen Anfor­de­run­gen gestellt wie für zulas­sungs­pflich­ti­ge Hand­wer­ke – es gibt kei­ne Niveau­un­ter­schie­de. Damit stellt die Meis­ter­prü­fung im Sieb­dru­cker-Hand­werk ein ver­läss­li­ches Qua­li­täts­sie­gel für die Kun­den dar, das für hand­werk­li­che Kom­pe­tenz und Kun­den­ori­en­tie­rung steht.

Die neue Meis­ter­prü­fungs­ver­ord­nung vom 5. Sep­tem­ber 2006 (BGBl. I S. 2126) tritt am 1. Dezem­ber 2006 in Kraft und löst die ver­al­te­te Vor­läu­fer­ver­ord­nung vom 3. Febru­ar 1982 ab.